So – wir haben mittlerweile Mitte Mai und ich noch kein einziges Wettkampfergebnis in diesem Jahr vorzuweisen. Vieles war bis dato geplant, ließ sich aber aufgrund des langen erkältungsbedingten Ausfalls nicht realisieren. Schade – aber nicht mehr zu ändern.
Seit gut 6 Wochen bin ich nun wieder im regelmäßigen Training und es geht auch allmählich bergauf. Die Grundlagenausdauer war relativ schnell wieder da, jedoch fehlt es noch ziemlich an der Grundschnelligkeit sowie der Tempoausdauer. Diese geht einem in der Tat bei Ausbleiben von entsprechenden Trainingseinheiten recht zügig verloren und ist gleichermaßen langwierig wieder aufzubauen. Aber ich arbeite daran!
Insofern habe ich mir in den letzten Wochen auch immer wieder Gedanken darüber gemacht, was ich nun mit dem restlichen Laufjahr noch so anfangen könnte. Ursprünglich hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mich verstärkt auf die Halbmarathondistanz zu konzentrieren, um spätestens im Herbst sicher und kontrolliert die 21,1km unter 1:30h zu laufen. Wenn dabei irgendwann auch noch eine neue 10km-Bestzeit heraus springen sollte, wäre das sozusagen das „i-Tüpfelchen“.
In der Umsetzung dieses Ziels bin ich nun schon mehrmals im Training über die eigentliche Wettkampfdistanz hinaus gelaufen und konnte so auch einige, teilweise zudem recht flotte, Trainingsläufe bis zu 25km einfahren. Hin und wieder kam mir dabei sogar der Gedanke, ob es nicht doch langsam mal an der Zeit wäre, den ersten Marathon ins Visier zu nehmen. Aber irgendwie mochte ich noch nicht so recht daran glauben, dass ich die damit einhergehende umfangreichere Vorbereitung tatsächlich zeitlich geregelt bekomme. Andererseits ist ja nicht jeder ambitionierte „Hobbymarathoni“ Halbtagskraft, Single und kinderlos – soll heißen, auch andere berufstätige „Laufpapas“ kriegen das hin.
Und so verfestigte sich in den letzten Tagen immer mehr die Absicht, es jetzt vielleicht doch zu versuchen. Um mal einen allerersten ganz kleinen Vorgeschmack darauf zu bekommen, wie es denn so sein könnte, wenn man so lange läuft, habe ich mich in der letzten Woche aufgemacht zu einem 30km-Dauerlauf. Mein erster überhaupt! Eigentlich war die Woche als Ruhewoche geplant und bis dahin auch entsprechend verlaufen, aber am Freitagnachmittag, bei bestem Laufwetter, dachte ich mir, komm’ schon, so ein langer Lauf mit moderatem Tempo kann doch nicht verkehrt sein. Also lief ich von uns zu Hause in Köln-Stammheim immer schön am Rheinufer entlang, durch den Rheinpark, über die Deutzer Brücke, durch den Rheinauhafen weiter bis nach Köln-Rodenkirchen. Kurz nach der 15km-Marke drehte ich einfach um und lief die ganze Strecke genauso wieder retour. Bei KM20 hielt einmal kurz für eine Pullerpause an und wechselte noch schnell die MP3-Playlist. Dann ging es weiter. Allerdings verspürte ich nach dieser kurzen Pause eine leichte Muskelverhärtung im linken hinteren Oberschenkel, die sich auch bis zum Ende der 30km nicht mehr „weglaufen“ ließ. Auch jetzt habe ich ab und an unter Belastung noch in leichtes Verspannungsziehen an der Stelle. Hier muss ich wohl in den nächsten Tagen verstärkt mit der Blackroll ran. Aber ansonsten war der Lauf wirklich gut. Ab KM25 wurde es zwar erwartungsgemäß allmählich härter, denn länger war ich ja bislang noch nie gelaufen. Aber es war trotzdem gut auszuhalten. So richtig fertig war ich erst, als ich dann wieder zu Hause war. Nun merkte ich schon, was 30km im Moment noch für mich bedeuten. Zumal ich diese mit einem Schnitt von 5:05’/km fürs allererste Mal sehr zügig gelaufen war. Ich kann nur erahnen, wie sich das Ganze dann erst bei KM35, 37 und darüber anfühlen wird. Wahrscheinlich freut sich der berühmt berüchtigte „Mann mit dem Hammer“ schon auf ein neues „Greenhorn“!
Aber gut – alles eine Frage des regelmäßigen Angewöhnens an solche Distanzen.
Und somit ist es nun „amtlich“: 42,2km – MARATHON – der erste in meinem Leben – 2013! Ich will es versuchen. Jünger werde ich nicht. Und meine ganz private Freizeit wird auch in den nächsten Jahren nicht wesentlich mehr werden, denke ich. Also getreu dem Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann!?“.
Aber eines ist auch klar, wenn ich an die Startlinie eines Marathonlaufes trete, dann mit festen Absichten und Zielen. Einfach nur so durchkommen ist nicht mein Ding. Insofern werde ich auch nur antreten, wenn ich mir am Ende einer guten Vorbereitung wenigstens zu 50% Prozent sicher bin, das Ding richtig zu ziehen.
Bleibt nur noch die Frage offen – WO? Aber eigentlich ja auch wieder nicht – denn wo sonst, als in Kölle? Als mittlerweile 15jähriger Exilkölner gibt es für mich natürlich auch schon so ein bisschen was, wie Kölschen Nationalstolz.
Und so steht auch gleichermaßen der Termin fest – 13.10.2013. Köln-Marathon. In diesem Jahr wieder mit Ziel mitten im Herzen der Stadt, unmittelbar neben dem Dom! Na wenn das kein Ansporn ist!
Was meine Vorbereitung angeht, ist nun alles auf dieses Jahresevent ausgerichtet. Momentan bereite ich mich auf den EVL-Halbmarathon am 09.06.2013 in Leverkusen vor. Hier wollte ich immer schon mal mitlaufen. Und wie es der Zufall will, hat unser Nachbar für dieses Jahr einen Freistart über die 10km-Distanz gewonnen, kann aber leider aus terminlichen Gründen nicht antreten. So hat er netter Weise an mich gedacht. Vielen Dank dafür nochmals, Dirk! Für ganz kleines Geld konnte ich diesen Freistart auf die HM-Distanz upgraden. Super. Mal schauen, was dann schon geht. Angepeilt ist eine Zeit unter 1:35h. Wir werden sehen.
Danach gibt es eine kurze Regenerationsphase und dann geht es in die direkte Marathonvorbereitung. Diese beinhaltet noch drei Wettkämpfe – Anfang Juli den 10km-Rheinbogenlauf in Köln-Weiss, Ende August den Halbmarathon um die Sengbachtalsperre und als letzten Formtest natürlich den Halbmarathon um den Fühlinger See Ende September. Alle als reine Vorbereitungswettkämpfe definiert und somit auch immer aus dem vollen Training heraus. Neue Bestzeiten über 10km bzw. 21,1km sind somit für dieses Jahr nicht mehr explizit anvisiert, würden mich aber natürlich trotzdem freuen.
Sollte ich irgendwann im Laufe der Vorbereitung merken, dass sich das Ziel Marathon nicht in der Art und Weise realisieren lässt, wie ich es mir vorstelle, lasse ich mir Option offen, am 13.10.2013 doch wieder „nur“ über die Halbmarathondistanz an den Start zu gehen. Das soll nicht heißen, dass ich nicht wirklich daran glaube, aber ich bin realistisch genug, zu wissen, dass vieles in so einer Vorbereitung passieren kann, was einen wieder zurück wirft. Insofern gibt es auch einen „Plan B“.
Bleibt also zu hoffen, dass die nächsten Wochen und Monate gut verlaufen, ich gesund bleibe und ordentlich angreifen kann. Ich freu mich drauf!









