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Laufbericht: Red Bull verleiht Flüüüügel ….

hätte das Motto meiner Teilnahme am Sparkasse KölnBonn Halbmarathon am vergangenen Sonntag sein können! Wieso? Dazu gleich mehr ….

Sonntag, 02.10.2011 – mein sportliches Jahreshauptevent steht an – der Sparkasse KölnBonn Halbmarathon in Köln. Fünfzehn Wochen gezieltes Training liegen nun hinter mir, dazu noch 3 Vorbereitungswettkämpfe. „Tag X“ ist heute nun gekommen – Abrechnung! Sub1:38h stehen zur Pflicht, wobei ich auf 1:37h laufen werde. Geplant sind die erste Hälfte im Schnitt mit 4:37min/km und den zweiten Teil mit 4:34min/km zu laufen. Let’s go!

Ich will mich diesmal mit dem Vorgeplänkel kurz fassen. Aufstehen, Frühstück, Morgentoilette – alles perfekt. 7.30 Uhr steht mein Schwiegerpapa mit laufendem Motor vor dem Haus, um mir für heute als persönlicher Chauffeur zu dienen. Vielen Dank, Gerhard! Wir schaffen es, bis fast zum Staatenhaus (Veranstaltungsgebäude) zu fahren. Ich habe nur wenige Meter zu gehen und schon stehe ich in der riesigen Eingangshalle. Es ist schon ordentlich was los und auch ich beginne mich sofort umzuziehen und vorzubereiten.

Während ich mich umziehe und meinen Kleiderbeutel abgebe trinke ich noch eine Dose Red Bull. Die erste mal wieder seit Ewigkeiten! Eigentlich vor einem Wettkampf ja nicht unbedingt der optimale Zeitpunkt für derartige Experimente, aber einen Versuch war es trotzdem wert. Hatte ich doch schon oft in Laufberichten und Foren gelesen, dass dieses Red Bull tatsächlich kurzfristig einen gewissen Leistungsschub bringen soll. Also in kleinen Schlucken runter damit und mal abwarten, ob der „Zaubertrank“ wirkt. 😉 Viel besser sind Powerbar, Ultra Sports, SQUEEZY und Co. mit Sicherheit auch nicht.

Das Einlaufen musste diesmal etwas kurz ausfallen, weil ich mittlerweile doch schon recht spät dran war. Gegen 8.25 Uhr reihe ich mich ziemlich weit vorn in den roten Startblock ein. Im letzten Jahr durfte ich „nur“ aus dem blauen Block starten, somit hatte ich mich zumindest schon einmal starttechnisch verbessert. Ich schaue mich im Startblock um, kann aber erstmal keine bekannten Gesichter erblicken. Doch dann sehe ich einen Lockenkopf und das dazugehörige Gesicht kommt mir zumindest aus dem Internet bekannt vor. Tatsächlich – der Laufhannes! Den kennst Du doch! Hannes hat heute eine 1:20h auf dem Plan – Respekt! Aber der Junge ist verdammt schnell und ausdauernd – der kriegt das mit Sicherheit hin. Wir grüßen uns kurz und dann geht es auch schon los. Das übliche von 10 herunterzählen und ab geht’s!

Eigentlich hatte ich mich ja aufgrund meiner doch sehr vorderen Startposition auf das absolute Tempofeuerwerk gleich zu Beginn eingestellt, aber weit gefehlt. Im fast schon gemächlichen 4:00er-Schnitt wird hier „losgetrödelt“. Okay – das passt mir vorzüglich in den Kram! So kann ich mich relativ schnell auf mein eigenes Tempo konzentrieren. Das Wetter ist herrlich! Um die 15°C, blauer Himmel, eine allmählich aufsteigende Sonne, kaum Wind – Bestzeitwetter!

Meine erste Durchgangszeit soll bei KM5 zwischen 22:30min und 23:00min liegen. Als mein Forerunner brav bei 5km piept, bin ich auch voll im Soll. Nur leider piepte der Forerunner gute 200 Meter vor der offiziellen KM5-Markierung, so dass ich diese dann real mit 23:55min passiere! Autsch, lieber Supermario – so wird das aber nix! GPS-Genauigkeit scheint heute in Köln wohl nicht gefragt zu sein. Also Schluss mit dem ganzen Technikkram, Tempo anziehen und gefühlt schnell weiter. Ich will am Ende nicht sagen müssen, ja eigentlich wäre ich …. , wenn …. , aber …. NEIN! Lauf! Und zwar jetzt! Und bis zum Ende! Schluss mit den Faxen!

Ich laufe, laufe, laufe! Versuche, den Schnitt möglichst im Bereich der 4:30min/km zu halten. Sicher ist sicher! Ich schaue jetzt nur noch sporadisch auf die Pace, sondern achte viel mehr auf die Laufzeit. KM 10 und 11 – jetzt geht es auf die Ringe. Rudolfplatz – hier steppt der Bär! Die Menge feiert die Läuferinnen und Läufer! Gänsehaut pur! Ich lasse mich förmlich tragen von der Begeisterung. Ein irres Gefühl!

Friesenplatz, Cinedom, Hansaring fliegen vorbei. Wende – und wieder zurück in Richtung Rudolfplatz. Noch einmal die Begeisterung und den Jubel der Massen tanken für die letzten 4 Kilometer. Ich laufe immer noch schnell. Heute ist von einem Einbruch keine Spur! Soll das Red Bull tatsächlich gewirkt haben? Zumindest fühle ich mich so. Es ist noch immer Kraft da. Ich kann das Tempo noch immer kontrollieren. Nicht bloß wieder Ergebnisverwaltung – nein, da geht noch was.

Über den Neumarkt und dann einbiegen in Richtung Schildergasse und auf zur Domplatte. Natürlich laufe ich auch in diesem Jahr über die dortige Spendenmatte. 3 Euro für einen guten Zweck – logisch! Runter in die Altstadt und am Gürzenich links ab. Und da sehe ich sie schon – meine „gute“ alte Bekannte aus dem letzten Jahr! Die Deutzer Brücke – mit ihrem leichten Anstieg so kurz vor dem Ziel, der wohl schon so manche neue Bestzeit zunichte gemacht hat. So auch mir im letzten Jahr. Ich habe Respekt, aber keine Angst! Diesmal kriegst Du mich nicht klein. In vielen Trainingsläufen habe ich seit letztem Jahr diesen Anstieg schon genommen, deshalb werde ich es auch heute schaffen!

Und ich schaffe es! Mein Schnitt bleibt diesmal weit unter 5:00. Kilometer 20 ist passiert. Ich schaue auf die Uhr – 1:32: …. h. Das klappt! Das klappt – Junge! Reiß Dich jetzt bloß zusammen! Hau alles raus – 1:37h sind noch drin! Ich renne! Renne dem Ziel entgegen. Man hört bereits den Sprecher vom Zieleinlauf. Noch einmal auf die Uhr geschaut – YES – das klappt! Schlussspurt! Ich sehe Fotografen – Hände nach oben – Jubelpose! Und dann über die Zielmatte. Forerunner abdrücken – 1:36:50h – yeeeehaaaa! Yeeeehaaaa! Heilige Scheiße – Du hast es geschafft! Saugeil!

Meine Atmung überschlägt sich fast – aber das darf sie jetzt auch. Ich fühle mich gut! Saugut! Da stehen auch schon die netten Damen mit den Medaillen. Danke! Und da kommt der Reissdorf-Stand. Wenn auch erstmal alkoholfrei – aber trotzdem lecker und genau richtig jetzt. Mann – war das ein Lauf heute! Alles hat gepasst – genial! Und jetzt dieses Gefühl der Zufriedenheit. Super! Zufriedenheit darüber, dass sich die vielen abendlichen Trainingseinheiten letztendlich optimal ausgezahlt haben und auch die Vorbereitungswettkämpfe für die heutige Laufsicherheit sehr dienlich waren.

Dann treffe ich noch ein paar Laufmonster. Kurzer Plausch und ich ziehe mich auch schon wieder aus dem Nachzielbereich zurück. Gehend zum Staatenhaus, umziehen, Frau anrufen und den Schwiegerpapa wieder für die Abholung bestellen. Kurz vor 12.00 Uhr bin ich wieder zu Hause. Frau und Kinder sind noch auf dem Spielplatz. Zeit für mich, eine lockere Auslaufrunde durch unser Wohngebiet zu drehen und dann noch zu Hause ein wenig auszudehnen. Da kommt auch schon die Familie durch die Tür. Unser Sohn freut sich riesig über meine Medaille und meine Startnummer, und hat spontan gleich auch einen Lauf durch unsere Wohnung. Das Töchterchen braucht nun ihr Mittagessen und Ihren Mittagsschlaf. Meine Frau ist geschafft vom Spielplatzausflug mit den zwei Kids und hofft auf Unterstützung am Nachmittag …. – der Alltag hat mich also wieder. Trotzdem möchte ich meinen dreien auch danken – denn es ist in solchen Wettkampfvorbereitungszeiten nicht immer einfach mit dem Papa. 😉

Und nun – nun, wo alles vorbei ist? Was jetzt? Nein – es ist noch nicht vorbei. Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, meine diesjährige Laufsaison noch bis Mitte November auszuweiten. Es gibt da noch den einen oder anderen Lauf, der mich reizt. Insbesondere über die 10km-Distanz möchte ich meine Bestzeit noch einmal angreifen. Die Form ist da und will nun auch genutzt sein. Zudem waren zwei meiner Vorbereitungsläufe Wertungsläufe im PSD Bank Köln Lauf Cup 2011, obwohl ich da ursprünglich keine Teilnahmeambitionen hatte. Aber nun stehen schon 80 Punkte in der AK-Wertung M35 zu Buche und ich befinde mich damit auf Platz 20. Mal schauen – wenn ich gesund bleibe und das Training weiterhin gut läuft …. 😉

In diesem Sinne – nach dem Lauf ist vor dem Lauf! 😉