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Laufbericht: Erster Wettkampflauf 2012

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Endlich war es mal wieder so weit! Ich konnte an die Startlinie eines offiziellen Laufes treten. Nach dem ich zum Jahresbeginn trainingstechnisch schon gut in Form war, warf mich eine doch sehr hartnäckige Wadenverletzung den halben Februar und kompletten März um insgesamt 6 Wochen Lauf- und insbesondere Tempotraining zurück. Wenigstens konnte ich jedoch in dieser Zeit meine Grundlagenausdauer mit regelmäßigen Radfahrten zur bzw. von der Arbeit aufrecht erhalten. Seit Anfang April wird nun auch wieder gelaufen. Nach 2 Wochen vorsichtigem Antesten, folgten 2 Wochen mit leichter Umfangssteigerung und in den letzten Tagen dann auch zwei erste wirkliche Tempoeinheiten. Soweit bin ich also wieder „im Geschäft“, brauchte allerdings nun auch einen echten Test, um den weiteren Trainingsrhythmus danach zu bemessen. Also musste ein Wettkampflauf über 10km her!

Zur Auswahl standen mir am vergangenen Wochenende der Frühlingslauf in Frechen und der Hander Volkslauf in Bergisch Gladbach, bekannt auch unter dem Namen „Lauf um die Diepeschrahter Mühle“. Vorangemeldet hatte ich mich für keinen der beiden Läufe, da ich mich spontan entscheiden wollte. Für den Lauf in Frechen sprach ein flacher, asphaltierter Stadtkurs, welcher mit Sicherheit ein ordentliches Tempo garantierte. Allerdings war hier auch eine sehr hohe Teilnehmerzahl zu erwarten und es handelte sich um einen 5km-Rundkurs, welcher zwei Mal zu durchlaufen war. Erfahrungsgemäß ist hierbei von Anfang an mit Gedränge zu rechnen und es kommt auch schnell zu Überrundungsmanövern.

Dagegen ist der Hander Volkslauf eher als kleine, aber feine, Laufveranstaltung durch die Wälder rund um die Ausflugsgaststätte „Diepeschrather Mühle“ bekannt. Die Teilnehmerzahlen halten sich sehr moderat, obwohl die Veranstaltung, gemessen am betriebenen Aufwand und der erzielten Qualität, wesentlich mehr Beachtung verdienen würde. Nachteil der sehr naturnahen Laufstrecke ist allerdings, dass das Ganze bei Regenwetter dann doch zu einer kleinen „Schlammschlacht“ wird. Letztendlich entschied ich mich, trotz des schlechten Wetters vom Samstag und des auch für Sonntag vorhergesagten Regens, für den Hander Volkslauf. Mir stand der Sinn dann doch eher nach einer kleinen, überschaubaren Laufveranstaltung, als schon nach einem größer angelegten Laufevent.

Und so treffe ich gestern Morgen gegen 8.45 Uhr im Startbereich des Hander Volkslaufes ein. Dieser befindet sich auf dem Gelände eine Schule, ganz in der Nähe des Paffrather Kombibads. Parkplätze gibt es hier ohne Ende – also schon mal kein Stress. Auch generell ist alles noch sehr ruhig. Erster Start ist um 9.15 Uhr mit dem Schülerlauf über 1.200 Meter. Als nächstes muss ich mich noch für den 10km-Lauf nachmelden. Auch überhaupt kein Thema, dank einer hervorragenden Organisation der Laufveranstaltung. Keine Warteschlange, kein Gedränge – alles total entspannt. Die Startnummer 129 gehört heute mir. Startzeit über die 10km-Distanz ist um 10.30 Uhr, ich habe also noch jede Menge Zeit. So checke ich mal ein bisschen die Gegend – schließlich nehme ich ja zum ersten Mal an diesem Lauf hier beim SV Blau-Weiß Hand teil. Der Startbereich liegt ca. 500 Meter entfernt vom Ziel, auf der anderen Seite einer angrenzten Wiese. Im Zielbereich ist alles super vorbereitet. Der Getränkestand ist ready und in der Vorhalle der Schule bzw. Turnhalle sind schon jede Menge Leckereien für nach dem Lauf platziert. Alles top!

Pünktlich um 9.15 Uhr starten die Schüler/innen zu ihrem 1.200m-Lauf. Der Moderator verkündet, dass der schnellste Schüler im letzten Jahr bereits nach 4:30 Minuten das Ziel erreicht hat. Mein lieber Scholli! Und auch diesmal dauert es nicht lang und die ersten drei Schüler erreichen nach packendem Finish das Ziel, kurz gefolgt von den Plätzen 4 und 5. Man sieht ihnen an, dass sie alles gegeben haben. Klasse! Vor allem auch daher, da hier keiner eine Laufuhr oder gar einen HF-Gurt trägt. Alles Käse! Hier wird einfach noch gelaufen! Auf die Plätze, fertig und ab geht die Post! Einfach alles raus, was die Beine hergeben. Und das ist bei diesen „Jungspunten“ wirklich nicht ohne! Ein Junge fällt nach dem Zieleinlauf seiner Mutter in die Arme und weint. Nicht etwa wegen der Platzierung, denke ich. Immerhin ist er unter den ersten gewesen. Nein, nach so einem Lauf bis an die Leistungsgrenze, da können einen schon einmal die Emotionen „übermannen“. Noch dazu, wenn die Familie im Zielbereich wartet. Ich fand das einfach nur toll, wie die Jungen und Mädchen sich da ins Zeug legen. Da fiel mir meine Kinderzeit wieder ein, als ich aktiv Leichtathletik im Schulsportverein betrieben habe. Nie werde ich meinen ersten Wettkampflauf vergessen. Ein 800m-Rennen im Rahmen der Kreismeisterschaft. Ich glaube, ich war damals 8 Jahre alt. Direkt nach dem Start ist mir ein anderer Junge hinten auf den Schuh getreten, so dass ich mit dem Fuß herausrutschte. Mist! Also runter, Schuh wieder richtig anziehen und dem davon geeilten Lauffeld hinterher. Natürlich war dadurch eine gute Platzierung völlig aussichtslos geworden, aber Aufgeben gab es nicht. Am Ende konnte ich wenigstens doch den bis dahin Vorletzten überholen und wurde somit selbst Vorletzter. Und da ging es mir genauso, wie gerade geschildert. Ich lief hoch auf die Sportplatztribüne und es schossen mir die Tränen der Erschöpfung und vielleicht auch ein wenig der Wut über die Wangen. Meine damalige Sportlehrerin tröstete mich und lobte mich für diesen tollen Einsatzwillen. Und damit war der Sportler in mir endgültig erwacht.

Aber zurück in die Gegenwart. 10.30 Uhr – Start über die 10km-Distanz. Mittlerweile regnet es ziemlich stark und man kann jetzt schon erahnen, was einen gleich auf den Waldwegen erwartet. Die Temperatur verhält sich allerdings mit gut 12°C zum Laufen angenehm. Das Läuferfeld ist überschaubar. Ich stehe in der zweiten Startreihe. Ziel für heute: derzeitiger Maximaltest. Zeitvorgabe: Minimum 45:00min – alles darunter wird gern angenommen.

Der Start verläuft sauber und gut. Die ersten Meter, wie immer deutlich unter einem Schnitt von 4:00min/km, danach Positionierung. Ich pegele mich bei 4:15min/im ein. Es fühlt sich alles gut an – schauen wir also mal. Das Lauffeld hat sich schnell gruppiert. Ich laufe irgendwo zwischen dem schnellen Vortrupp und der Nachhut. Vor mir in unmittelbarer Sichtweite noch zwei Läufer. Ich bleibe dran. Bei KM2 überhole ich Läufer No. 1, bei KM3 No. 2. Nun laufe ich allein und kann Läufer No. 2 bis auf ca. 100m Abstand bringen. Der Vortrupp ist ca. 200 Meter enteilt und immer mal wieder auf längeren Geraden zu sehen. Auflaufen wird mir heute nicht möglich sein. Meine Pace bewegt sich noch immer um die 4:15min/km, aber ich weiß, dass ich das nicht über die volle Distanz halten werden kann. Dafür ist der Trainingsrückstand im Moment einfach zu groß. Und kurz nach KM5 merke ich dann auch erste Ermüdungsanzeichen. Die Waldwege sind in der Tat sehr aufgeweicht und man muss immer wieder höllisch aufpassen, nicht in tieferen Schlammpassagen auszurutschen. Hin und wieder geht es auch mal ein wenig bergauf, was mich doch Kraft kostet. Und so fällt meine Geschwindigkeit bis KM8 auf 4:22min/km. Nun läuft auch der bei KM3 überholte Läufer wieder zu mir auf und zieht mit ziemlich ruhigem Schritt vorbei. Dranbleiben kann ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr. Trotzdem gelingt es mir noch eine einigermaßen gelungenen Endbeschleunigung auf den letzten beiden Kilometern hinzubekommen. Der abschließende Schlussspurt über den Schulhof setzt dann noch einmal die letzten Kräfte frei und ich überquere die Ziellinie nach 43:21 Minuten. Na also – das ging doch soweit schon ganz gut. Immerhin war diese Zeit im letzten Jahr noch exakt auf die Sekunde meine zweitbeste 10km-Zeit. Aufgestellt beim Kölner Friedenslauf am 16.10.2011. Damals aber nach vielen Wochen Halbmarathontraining.

Insofern ziehe ich ein positives Resümee und verbuche den Lauf als gelungenen Test- und Aufbaulauf für die kommenden Wochen. Wertungstechnisch brachte das Ergebnis einen 22. Platz von 65 in der Gesamtwertung der Männer und Platz 8 von 18 Startern in der AK M40. Nun heißt es weiter am Tempo, vor allem aber an der Tempohärte, zu arbeiten. Der nächste geplante Wettkampf kommt schon in zwei Wochen am 20.05.2012 mit dem Refrather „Kirschblütenlauf“.

Abschließend noch kurz zur Orga des Hander Volkslaufes. Hier muss man sagen – absolut Klasse! Alles bestens vorbereitet und durchgeführt. Da ist der Name „Volkslauf“ wirklich noch Programm. Sehr freundliche und nette Helfer an allen Ecken und Enden und vom Parkplatzangebot, über die Anmeldung und Preise, die Umkleiden und Duschen, die Verpflegung etc. – einfach alles top! Der Hander Volkslauf – ein echter „Geheimtipp“!

Euer Supermario

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