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Mein Laufjahr 2012

Mein Laufjahr 2012 – ja – wie würde ich das beschreiben?

Am treffendsten wäre wohl – wie einen sehr langgezogenen Steigerungslauf. Genau!

Ihr kennt das bestimmt – man hat sich für den Lauf, sei es nun Training oder Wettkampf, viel vorgenommen. Es soll eigentlich nach einer kurzen Tempofindungsphase permanent zügig vorwärts gehen, und am Ende ein ordentlicher Schlussspurt. Doch dann geht es los und Du merkst schon relativ früh, irgendwie haut das heute alles nicht so hin. Die Beine sind schwer, der Kopf auch –es läuft einfach nicht rund. Die geplante Tempofindungsphase wird eher schon zur ersten echten Durchhaltephase. Mist! Was ist nur los?

Aber Du bist ein Kämpfer! Aufgeben ist keine Option! Du beißt Dich weiter durch, teilst die Strecke in kleine Abschnitte, hangelst Dich von Ziel zu Ziel. Und dann auf einmal –urplötzlich und als wäre nichts gewesen –platzt der Knoten. Nicht der in Deinen Schuhbändeln – nein – der Leistungsknoten. Auf einmal lösen sich die Bremsbacken doch noch und Du läufst! Es fluppt! Du nimmst Fahrt auf und die Beine rollen! Du kannst die anfangs vergeigelte Zeit sogar allmählich wieder reinlaufen. Jetzt „fliegst“ Du! Ein geniales Gefühl! Und am Ende läufst Du mit einem inneren Lächeln dem Ziel entgegen, bringst die Leistung, die Du wolltest. Ende gut – alles gut!

Und wieder einmal hat es sich gelohnt, dran zu bleiben, nicht aufzugeben, Geduld zu haben, auch wenn es manchmal nur in ganz kleinen Schritten vorangeht, hungrig zu bleiben, mehr zu wollen – einfach gesagt –für Deine Ziele zu kämpfen!

Habe ich das nicht schön geschrieben!? 😉 Zugegeben – vielleicht einen Tick zu theatralisch – aber genau so sehe ich rückblickend mein Laufjahr 2012.

Es begann schon recht früh sehr verheißungsvoll. Hohe Umfänge mit ordentlich Tempo. Für Mitte März war der erste Wettkampf geplant. Doch dann ein Dämpfer! Und was für einer! 7 Wochen Pause wegen einer verflixten Wadenverhärtung. Und was noch dazu kam – zugezogen hatte ich mir diese wegen eigener „Dummheit“! Wobei – Dummheit ist wohl ein bisschen zu selbstkritisch – denn was eigentlich gut gemeint war, stellte sich im Nachhinein als übertriebene Vorsicht heraus, die sich letztendlich auch noch richtig negativ auswirkte.

Irgendwann gegen Ende 2011 fing ich an, nach fast jedem Lauftraining noch kleines Extratraining für die Waden auszuführen. Das sog. Wadenheben. Werdet Ihr kennen. Mit den Fußballen auf eine Stufe stellen, so dass quasi der restliche Fuß frei in der Luft steht. Dann Fuß absenken bis etwas unter die Stufenkante und Fuß heben, bis man nur auf den Ballen steht. Das Ganze sollte präventiv der Kräftigung der Wadenmuskulatur und respektive dem Schutz der Achillessehnen dienen. So weit – so gut. Vom Ansatz her durchaus berechtigt und vertretbar, nur leider in der Häufigkeit der Ausführung völlig überzogen.

Und so machte ich irgendwann Mitte Februar, auf den letzten Metern eines etwas längeren Dauerlaufs, das erste Mal so richtig Bekanntschaft mit einem Wadenkrampf! Aber es ging gerade noch so gut und ich kam heil zu Hause an. Okay – kann ja mal vorkommen. Doch als ich dann ein paar Tage später wieder zum nächsten Lauftraining ansetzte, war diesmal direkt von Anfang an der Wurm drin, und ich musste bereits nach knapp 3km humpelnd den Heimweg antreten. Das endgültige Aus kam dann mit dem nächsten Laufversuch, welcher bereits nach wenigen hundert Metern durch extremes Verkrampfen der rechten Wadenmuskulatur beendet wurde. Ein kurz darauf erfolgter Arztbesuch brachte dann das amtliche Ergebnis –Wadenverhärtung mit Verdacht auf Muskelfaserriss! Bingo!

Und so zogen ganze 7 Wochen ins Land, in denen ich mich zwar mit regelmäßigen Kraft-und Radeinheiten fit hielt, aber ans Laufen nicht zu denken war. Physiotherapie, Salben, Eigenmassagen, Dehnen etc. . Und ich entdeckte in dieser Zeit auch meine nach wie vor bestehende Liebe zu Kompressionsbeinlingen und einer kleinen Schwarzen, namens „Blackroll“. Nachzulesen in den entsprechenden Blogeinträgen.

Anfang April dann mein „Comeback“. Erste kleinere Läufe. Noch mit stark angezogener Handbremse! Vorsicht! Doch es ging. Keine Beschwerden mehr. Die Sache war ausgestanden. Ich wurde zunehmend mutiger. Mitte April schon wieder erste Tempoeinheiten. Und gegen Ende April war ich wieder da. Normales Lauftraining. Allerdings mit sehr viel Leistungsrückstand, insbesondere was die Tempohärte anging. Da hatte ich doch ziemlich viel an Substanz verloren. Also – Neuanfang! Wiederaufbau!

Am 06.05.2012 dann mein erster Wettkampf für dieses Jahr. Hander Volkslauf. 10km. 43:21min. Na also – doch gar nicht sooo übel. Trotzdem – von Bestzeiten war ich noch weit weg. Also weiter. Trainieren und Wettkämpfe laufen. Das wird schon wieder. Der PSD Bank Köln Laufcup bot mir hierzu wieder ein optimales Angebot. Mal schauen, wie weit ich in diesem Jahr komme.

Anfang Juli dann beim Rheinbogenlauf Egalisierung meiner 10km-Bestzeit! Jetzt war ich wirklich wieder da. Ende Juli beim 10km-Lauf der „10 Meilen von Köln“ dann noch einmal knapp an der Bestzeitmarke vorbei. Okay. Sommerpause. Leistungsverwaltung und Grundsteinlegung für die 2. Saisonhälfte.

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Ende August wieder der erste Wettkampf. Sengbachlauf! 21,1km. Der Hammer! Berge wie in meiner Kinder- und Jugendzeit in alten Heimat, dem Erzgebirge. Lange nicht mehr so gepumpt! Aber es lief erstaunlich gut. Die Sommerpause mit vielen langen, extensiven Läufen und einigen Tempospritzen zeigte bereits ihre Wirkung.

Anfang September Einstieg in den finalen Trainingsplan für den Sparkasse KölnBonn Halbmarathon am 14.10.2012. Mein alljährliches Highlight! Das Ganze nun mit neuem Trainingssystem. VICSYSTEM! Ein ganzjähriger, flexibler Online-Trainingsplan mit Wettkampfeinbindung und darauf abgestimmtem Training. Kein „Stochern im Nebel“ mehr, sondern gezieltes Vorbereiten. Und alsbald wirkungsvoll!

Ende September beim Halbmarathon um den Fühlinger See erstmals unter 1:35h. Aber das war’s noch nicht. Da ging noch mehr.

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Eine Woche später beim Bickendorfer Büdchenlauf über 10km deutliche Verbesserung der alten Bestzeit auf 42:02min! Wow – das neue Training schlägt voll ein!

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14.10.2012 – Halbmarathon in Köln. Neue Bestzeit im Visier. Mindestens unter 1:34h, gern aber auch weniger. Am Ende allerdings viel zu sehr mit der (falschen) GPS-Pace beschäftigt, als einfach nur schnell gelaufen. Zwar kann ich mit 1:33:39h das Minimalziel deutlich erreichen, aber da wäre mehr drin gewesen. Nun gut – aus Fehlern soll man lernen. Zukünftig wird sich strikt nach den KM-Markierungen am Streckenrand orientiert und die Zeit grob mitgerechnet.

Noch zwei 10km-Läufe stehen in diesem Jahr an. Einen brauche ich mindestens noch für eine erfolgreiche Wertung im PSD Bank Köln Laufcup. Refrather Herbstlauf – 41:58min –neue Bestzeit! Cupwertung eingefahren. Jawoll!

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Eine Woche später Saisonabschluss mit dem Kölner Friedenslauf. Und? 41:41min! Noch einmal neue Bestzeit! Supergeil! So macht das Spaß! Und so kann ich zufrieden meine Laufsaison 2012 beenden. Jetzt erstmal einen Monat nix tun. Hier und da ein bisschen laufen oder Alternativsport, aber sonst nix. Verdiente Winterpause! Ich habe fertig!

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Und das war’s auch schon – mein Laufjahr 2012. Wie eingangs bereits beschrieben –eine Laufsaison, wie ein zäh beginnender Steigerungslauf mit einem doch noch guten Ausgang. Quasi, die Kurve doch noch gekriegt.

Und jetzt – im Moment?

Leider zog sich die ursprünglich für 4 Wochen geplante Winterpause doch etwas länger hin. Direkt nach dem Kölner Friedenslauf bekam ich einen ziemlich fiesen Husten, welcher mich doch sehr lang nicht wirklich läuferisch aktiv werden ließ. Zwar reichte es zu regelmäßigem Kraft-/Stabitraining, aber Laufen endete immer wieder in mehr oder weniger kläglichen Versuchen. Erst jetzt –nach gut 7 Wochen – läuft es wieder halbwegs rund. Ich hoffe, die Sache ist nun endgültig überstanden.

Was das neue Jahr angeht – ist die Wettkampfplanung bereits erstellt. Im Großen und Ganzen sieht es ähnlich aus, wie im letzten Jahr. Allerdings möchte ich bereits Ende Januar mit der Teilnahme an der Porzer Winterlaufserie in die Wettkampfsaison starten. Natürlich werde ich auch wieder am Laufcup der PSD Bank Köln teilnehmen und versuchen, fleißig Wertungspunkte zu sammeln. Marathon wird nach wie vor noch kein Thema für mich sein, da mir hierzu für eine vernünftige Vorbereitung einfach die Zeit fehlt. Die berufstätigen „Laufpapas“ von kleinen Kindern wissen, was ich meine. Das muß noch ein paar Jahre warten.

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Insofern wird sich die zweite Saisonhälfte wieder auf den Sparkasse KölnBonn Halbmarathon am 13.10.2013 konzentrieren. Kurzum – „The same procedure …. “!

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Jahresübergang und einen guten Start ins neue Jahr! Mögen die Höhepunkte der Vergangenheit die Tiefpunkte der Zukunft sein!

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Grüße aus Köln!
Mario