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Laufbericht: Der Kampf gegen die Uhr ….

schien gestern beim 23. Lauf „Rund um den Fühlinger See“ für mich völlig verloren. Nach 21,1km laufe ich mit 1:40:07h durchs Ziel und verstehe die Welt nicht mehr. Eigentlich wollte ich unter 1:38h bleiben. Okay – dass mir dies gestern noch nicht gelingt, habe ich bereits gute 500 Meter vor dem Ziel auf meinem Forerunner ablesen können. Aber für eine Zeit unter 1:39h sollte es allemal noch reichen. Doch fangen wir am Anfang an ….

Gegen 9.30 Uhr treffe ich am Fühlinger See ein. Mein erster Gedanke – boah, hier hat sich aber einiges verändert, seit meinem letzten Badeausflug. Sehr zum Positiven, muss man dazu sagen. Klasse! Parkplätze sind für alle Laufteilnehmer/innen ausreichend vorhanden. So kann auch ich nur ca. 100 Meter vom offiziellen Veranstaltungsgebäude parken. Zuerst mal die Startnummer abholen. Auch dies klappt völlig reibungslos. Direkt daneben sind schon Kuchen, Obst, Kaffee, etc. serviert. Man merkt sofort, hier sind erfahrene Veranstalter (LLG Nordpark Köln 80 e.V.) am Werk. Alles prima!

Danach begebe ich mich in eine der Umkleidekabinen. Umziehen, Startnummer anbringen, noch einmal zur Toilette und los geht’s. Der Start ist ca. 250 Meter entfernt und gut zu erreichen. Also mache ich mich dorthin auf und laufe mich locker ein. Das Wetter ist mittlerweile mit 15°C und ganz leichtem Nieselregen durchaus lauffreundlich. Allmählich formt sich das Teilnehmerfeld hinter der Startlinie zu einer Formation und auch ich reihe mich nun ein. Irgendwo aus Reihe 6 oder 7 soll es für mich gleich losgehen.

Auf dem Plan habe ich eine Zeit unter 1 Stunde und 38 Minuten. Die Taktik sieht so aus, dass ich bis KM 15 einen 4:40er-Schnitt laufen möchte, um dann auf den verbleibenden 6,1 Kilometern noch ein bisschen Dampf zu machen. Na dann schauen wir mal ….

Start! Es geht nach ein paar Metern direkt einen kleinen Berg hinunter. Das Tempo liegt so um die 4:30min/km. Der Boden ist vom morgendlichen Regen noch relativ feucht und glitschig. Also aufpassen! Jeder gibt sich Mühe diese Passage ohne Zwischenfälle zu meistern. Alles geht gut. Ich schaue auf die Uhr – 4:15min/km. Bremsen! Jetzt bloß nicht wieder direkt überpacen! Also lasse ich mich ein wenig zurückfallen. Ich finde einen kleineren Trupp, der meiner Tempovorgabe entspricht. Ranhängen! Generell scheint es heute klug zu sein, sich immer ein bis zwei Vorderleute zu suchen, da es teilweise doch sehr windig auf der freien Strecke entlang der Regattabahn ist.

Bis KM5 läuft alles nach Plan. Hier sollte ich mindestens mit 23:20min durch sein. Das klappt und es sind noch ein paar Sekunden Luft drin. Doch dann wird mein „Lauftreff“ irgendwie immer langsamer. 4:50, 4:55 …. – was ist los? In ca. 50 Meter Entfernung sehe ich die nächste Laufgruppe. Ich kann einige Vereinstrikots darunter ausmachen, sieht also nach geballter Lauferfahrung aus. Sehr gut! Ich ziehe das Tempo an und laufe auf. Hier geht’s nun relativ konstant mit 4:35 – 4:40 vorwärts. Das passt.

Bei KM9 laufen wir das erste Mal durchs Ziel. Die erste große Runde ist geschafft. Doch was ist das! Neben der Zielmatte steht eine große digitale Uhr. Ist das die offizielle Laufzeit? Das kann doch nicht sein. Die dort anzeigte Zeit liegt über eine Minute über meiner Zeit auf dem Forerunner! Hääää – wie geht das denn jetzt bitte? Ich habe einen 4:39er-Schitt auf dem Tacho und meine eingestellte „Auto-Runde“ von 1km piepst auch immer brav in etwa der offiziellen KM-Markierungen. Wie kann denn dann bitte diese Zeitdifferenz entstehen?

Nun gut – sei’s drum – ich laufe erstmal weiter. Bei KM12 zerfällt meine Laufgruppe erneut. Am dort eingerichteten Verpflegungsstand fangen einige an zu gehen. Ich nehme nix an Verpflegung auf und laufe weiter. Vorerst allein. Mist! Allein gegen den Wind – das zehrt an den Kräften. Doch dann gesellt sich eine Läuferin des SUS Schalke 96 zu mir. Sie überholt und ich bleibe dran. Auch wenn sie kleiner und schmaler ist als ich – besser als nix. 😉

Bei KM15 dann erneuter Zieldurchlauf. Ich schaue sofort auf die dortige Uhr und vergleiche mit meinem Forerunner. Mittlerweile ist die Differenz noch größer! Schon über eineinhalb Minuten! Das kann doch nicht wahr sein! Welche Zeit zeigt diese blöde Uhr denn bitte an? Mein Schnitt liegt immer noch knapp unter 4:40min/km – also voll im Plan. Aber gut – was soll man machen? Weiter geht’s!

Ich versuche nun – wie geplant – das Tempo anzuziehen. Aber es ist schwieriger als ich dachte. Ich schaffe es nicht wirklich, wesentlich schneller zu laufen. Also vorerst mal so weiter und ab KM19 letzte Mobilisation. Noch ist die sub1:38h drin. Mittlerweile laufe ich wieder allein. Meine Schalkerin habe ich kurz vor KM15 an einem kleinen Anstieg überholt.

Kilometer 16, 17, 18 und 19 gestalten sich hart. Ich überhole und werde überholt. Jeder kämpft nun um Sekunden! Ich halte zwar das Tempo, kann aber auch nicht wirklich mehr was zusetzen. Ich schaue auf die Uhr und weiß sofort, dass eine Zeit unter 1:38h immer unrealistischer wird. ‚Komm schon Mensch – reiß Dich zusammen! Diese letzten 2,1km noch!’

Jetzt zieht es sich! Der Geist ist noch willig, aber die Beine brennen. Ich passiere KM20. Weiter, weiter, weiter …. . Ich schaue auf die Uhr – sub1:38 hat sich gerade erledigt. Egal – hilft jetzt nix – dann wenigstens unter 1:39h bleiben. Da überholt mich „Frau Schalke“ wieder! Boah – sie hat auch noch einmal alles mobil gemacht! Beeindruckend! Jetzt sehe ich das Ziel. Mein Blick fliegt zu dieser saublöden Uhr. NEIN! 1:40:…. ! Das kann doch nicht sein. Ich laufe bei 1:40:07h über die Zielmatte. Vor lauter Enttäuschung vergesse ich sogar noch meinen Forerunner abzudrücken. Wat’n blöder Mist!

Direkt nach dem Ziel treffe ich auf Kai Engelhardt von den „Laufmonstern“. Er ist heute mal als Fotograf unterwegs. Wir wechseln kurz paar Sätze und dann ziehe ich weiter. Zwei Becher ISO-Drink und ab zur Umkleide. Ich bin enttäuscht. Gut – die sub1:38h waren heute nicht drin – aber 1:40:07h ist dann doch etwas weit weg. Naja – aber was will man machen. Also ziehe ich mir trockene Sachen an und gehe noch mal raus, um ein paar Runden auszulaufen. Danach Tasche geschnappt und ab zum Auto und nach Hause.

Der Restsonntag wird mit Frau und Kindern verbracht. Ich bin zwar hundemüde, aber das zählt bei unseren zwei „Schweinchen“ nicht. Papa spielen! Deine Schuld, wenn Du morgens schon um den See rennst! 😉 Doch immer wieder grübele ich darüber nach, wie diese Zeitdifferenz zu erklären ist. Ich komme einfach zu keinem logischen Ergebnis.

Am Abend zaubert meine Frau dann ein wunderbares Essen. Herrlich! Kinder ins Bett und ab aufs Sofa. Endlich Erholung! Und was macht man(n) dann. Na klar – man(n) geht sofort online und schaut, ob die offiziellen Laufergebnisse schon da sind. Und sie sind es. Hääää – aber was steht denn da hinter meinem Namen? Netto 1:38:47h. Also doch! Verflixte sch**ßblöde Uhr da an der Zielmatte! Hat mir den ganzen Restsonntag versaut! Was sollte diese unsinnige Zeit? Na also – doch noch eine Zeit unter 1:39h. Jawoll! Geil! Damit kann ich doch für heute leben! Im Gesamtklassement bin ich mit meiner Zeit auf Platz 99 von 343 gelaufen. In meiner AK35 reichte es für einen 17. Platz von 53.

Verstanden habe ich das Ganze allerdings bis jetzt immer noch nicht. Vielleicht gibt es ja noch eine offizielle Erklärung des Veranstalters. In jedem Fall bin ich doch zufrieden mit der gestrigen Leistung. Meine alte Bestzeit aus dem letzten Jahr konnte ich von 1:46:10h somit um über 7 Minuten verbessern. Mein eigentliches maximales Saisonziel mit einer Zeit unter 1:40h ist auch erfüllt. Also – alles richtig gemacht.

Trotzdem reizt die 1:38h zur Unterbietung. Wenn ich die letzten Kilometer noch etwas zulegen kann, ist das zu schaffen. Ein Anlauf bleibt noch. Quasi das diesjährige Finale! 02.10.2011 in Köln – Sparkasse KölnBonn Halbmarathon. Mal schauen, was da noch mal geht …. 😉

Ergebnisse 23. Lauf „Rund um den Fühlinger See“

23. Lauf „Rund um den Fühlinger See“


Laufbericht: Im tropischen Regenwald ….

fand in diesem Jahr wohl der 13. Kölner Halbmarathon statt. Tropical Heat – und ich mitten drin!

5.30 Uhr klingelt der Wecker. Ein erstes Strecken im Bett verrät mir – boah, das Krafttraining vom Freitagabend war mal wieder sehr effektiv! Speziell die linke Wade hat es ein bisschen zu arg erwischt. Da muss ich mich wohl heute etwas länger einlaufen. Dann lausche ich kurz – Mist – der Regen prasselt auf die Schlafzimmerfensterbank. Die Nacht war zudem sehr kurz, da in direkter Nachbarschaft ein Gartenfest gefeiert wurde, und man dort bis gegen 3.00 Uhr morgens meinte, alle umliegenden Häuser möchten bestimmt mitfeiern. Vielen Dank!

Für einen kurzen Moment komme ich ins Überlegen – soll ich mich einfach wieder hinlegen und den Lauf ausfallen lassen? Zum ersten Mal richtig kneifen? NEIN – das wäre zu einfach! Also raus aus der Kiste und los ….

Kurz nach 7.00 Uhr mache ich mich dann zu Fuß auf den Weg zur Bushaltestelle. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und das Thermometer zeigt 20°C an. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen schnellen Lauf. Die Wade hatte ich bis dahin ordentlich mit Franzbranntwein getränkt, so dass es auch an dieser Stelle wieder rund lief.

Bus, Bahn, noch ein bisschen Fußweg und schon war ich da. Austragungsort war das NetCologne-Stadion Köln, welches sich direkt neben dem RheinEnergie-Stadion des 1. FC Köln befindet. Der Lauf selbst war so ausgelegt, dass man auf einem 7km-Rundkurs mit Start und Ziel im NetCologne-Stadion läuft. Offizielle Wertungen erfolgen nach 14km, 21km und 28km. Im Lauf selbst kann man entscheiden, nach welcher Distanz man durchs Ziel läuft. Ansonsten wird einfach am Ziel vorbei wieder auf die Strecke gelaufen und die nächste 7km Runde absolviert.

Ich hatte 21km in einem 4:40er-Schnitt auf dem Plan, was, bei leichter Endbeschleunigung auf dem letzten Kilometer, einen Zieldurchlauf von knapp unter 1:38h bringen sollte. Eine Woche zuvor bin ich am Samstagabend im Training noch 19km bei teilweise strömenden Regens mit einer 4:41er-Pace gelaufen. Also ging ich davon aus, dass die Zielsetzung für diesen Lauf erreichbar sein sollte. Zumal ich mich hier ja immer im Sog des Läuferfeldes befinden würde.

Doch schon beim Einlaufen kamen mir erste leichte Zweifel auf. Die Wolkendecke war mittlerweile immer mal wieder aufgerissen und hatte die Sonne durchgelassen. Die Temperatur war dadurch spürbar gestiegen. Durch die Sonnenstrahlen fing nun die Feuchtigkeit des Bodens sich an zu verflüchtigen, was mehr und mehr ein regelrechtes „Treibhausklima“ mit sich brachte. Bereits nach den ersten lockeren Einlaufminuten war ich pitschnass geschwitzt. Auch die Atmung fiel irgendwie schwerer als normal. Ein erstes Antesten der geplanten Wettkampfgeschwindigkeit sagte mir, dass das heute kein „Kindergeburtstag“ werden würde. Aber gut – warten wir mal ab. Also auf zur Startzone und schauen, was geht.

Der Stadionsprecher rief die Läufer/innen schon gegen 9:45 Uhr dazu auf, sich im Startkorridor aufzustellen, damit das Gedränge später nicht zu groß sei. Ich begab mich dann auch sofort in Richtung Startlinie und konnte pünktlich um 10.00 Uhr aus vorderster Front auf die Strecke gehen. Es wurde natürlich gleich ordentlich Dampf gemacht. Anfangstempo irgendwo zwischen 3:45min/km und 4:00min/km. Nach gut 500 Metern hatte sich die Spitzengruppe erwartungsgemäß abgesetzt und ich lief mit einem 4:15er-Schnitt im „Nachtrupp“ einfach mal mit. Zu dem Zeitpunkt fühlte ich mich fit und war (noch) guter Dinge.

Der erste Kilometer ging mit 4:24min zu Buche. Etwas zu schnell für das geplante Ziel. Also ließ ich mich ein wenig zurück fallen und pendelte mich bei 4:35min/km ein. Allerdings merkte ich jetzt, dass die Streckenführung unzählige 90°-Kurven mit sich brachte, was für den gleichmäßigen Laufrhythmus eher hinderlich ist. An jeder dieser „Ecken“ etwas runter mit dem Tempo, sauber herum und wieder aufs Gas. Das kostet auf Dauer Kraft! Zumal der Boden teilweise noch recht glitschig war und man immer Gefahr lief, in den diesen engen Kurven wegzurutschen.

Irgendwo um den Kilometer 3 ging es dann in den „Tropenwald“. Hier waren die Wege teilweise noch richtig nass! Und ein Klima, wie in der Dampfsauna! Brutal! Dann auch noch leichte, aber langgezogene Steigungen – echt fies! Mein Tempo lag nun teilweise sogar knapp über einem 5er-Schnitt! Spätestens jetzt war mir klar – das wird heute knüppelhart!

Die erste 7er-Runde konnte ich in 32:39min absolvieren. Letztendlich mit einem 4:40er-Schnitt doch recht flott, was aber auch daran lag, dass mein lieber Forerunner unter dem dichten Blätterdach fortwährend keine verlässlichen Werte anzeigte und ich dadurch viel zu schnell lief. Denn immer, wenn ich wieder auf einen freien Streckenabschnitt kam, stieg die Pace auf den eigentlichen Wert an und lag dann teilweise um die 4:00. Das war allerdings zu dem Zeitpunkt viel zu schnell und kräftezehrend und sollte sich ab Kilometer 10 gnadenlos rächen.

Mittlerweile wieder im „Tropenwald“ spürte ich, wie allmählich die Luft raus war. Die 1km-Zwischenzeiten wurden immer langsamer. Mein Schnitt lag jetzt schon jenseits der 4:40min/km und ich hatte noch gute 11km vor mir. Schneller ging nicht mehr, also blieb nur noch Ergebnisverwaltung bzw. „Schadensbegrenzung“. Mit jedem weiteren Kilometer wurde ich noch langsamer. Diese unerträgliche Schwüle und diese ständigen engen Kurven kosteten ordentlich „Körner“. Aber nicht nur bei mir! Man sah allen Läufern die Strapazen dieses Laufes an. Kampf – purer Kampf! Für jeden!

Bei Kilometer 13 überlegte ich dann –  was machst Du? Tempo rausnehmen und die 21km vielleicht mit einem 4:45er- oder 4:50er-Schnitt zu Ende bringen oder noch mal das Letzte mobilisieren und mit 4:40 auf’m Tacho bereits nach 14km durchs Ziel. Ganz ehrlich – die letzten 7km wären nur fürs Ego gewesen. Aber das war mir zu dem Zeitpunkt sch***egal! Das war kein Tag für Bestzeiten! Also zog ich das Tempo noch einmal etwas an, sammelte noch ein paar Läufer/innen vor mir ein und „flog“ erleichtert dem Ziel entgegen.

14km in 1:06:44h@4:40min/km und aus! Ende! Schluss mit der Quälerei für heute!

Ich taumel auf dem Rasen des Stadions aus und nehme sofort Kurs auf einen Getränkestand. Erstmal zwei Becher Flüssigkeit! Dann drehe ich mich noch einmal in Richtung Ziel um und versuche kurz zu analysieren, was da gerade passiert ist. „Du bist tatsächlich schon 7km vorher raus!“. Ich weiß in dem Moment nicht so genau, ob ich eine vernünftige und realistische Entscheidung getroffen habe oder einfach nur keinen Bock mehr hatte. Aber ich nehme es vorerst einfach mal so hin.

Der Rest ist schnell erzählt. Da ich ja nun eine gute halbe Stunde früher im Ziel war als geplant, bleibt mir noch einiges an Zeit bis meine Familie mich abholen wird. Also ziehe ich mir ein trockenes Shirt an und ziehe auf dem Stadionrasen meine Auslaufbahnen. Dabei sehe ich immer wieder die von den Strapazen gezeichneten Läufer/innen, die ins Stadion einlaufen. Viele von ihnen haben jetzt noch immer eine Runde oder sogar zwei Runden (28km-Distanz) vor sich. Und jetzt wird mir immer klarer, dass mein vorzeitiger Ausstieg doch richtig war. Letztendlich war es ein Lauf aus dem vollen Training heraus. Kein Tapering oder dergleichen. Nach einer Intervalleinheit am Montag, einem 8km-Tempolauf am Mittwoch und einem ziemlich knackigen Krafttraining vom Freitag, war für Sonntag bei diesem Klima einfach nicht mehr drin. Jeden Trainingslauf hätte ich unter diesen Umständen auch vorzeitig beendet.

Ausdehnen. Kurzes Telefonat mit meiner Frau, um den genauen Abholpunkt zu vereinbaren und kurz darauf sitze ich mit der Familie im Auto. „Ich habe fertig“ für dieses Mal.

Den restlichen Sonntag war nicht mehr allzu viel los mit dem Papa, da der Lauf auch noch ordentlich nachgewirkt hat und die Temperaturen auch im weiteren Tagesverlauf auch nicht wesentlich „humaner“ wurden. Allerdings hatte ich dann am späten Abend noch ein schönes Erlebnis. Die offiziellen Laufergebnisse waren bereits von Mika-Timing online geschaltet. Und siehe da – in der Kategorie „14km“ habe ich doch tatsächlich in der AK35 den 4. Platz von 40 erreicht! Im Gesamtklassement der 14km bin ich auf Platz 32 von 333 gelaufen. Besonders über den 4. Platz in meiner Altersklasse habe ich mich gefreut. So nahm der Tag doch noch ein versöhnliches Ende!

Nun liegen noch gut 4 Wochen Training vor mir, bis es dann am 02.10.2011 beim Sparkasse KölnBonn Halbmarathon quasi „um die Wurscht geht“. Spontan habe ich mich noch für eine weitere „Generalprobe“ entschieden. Am 18.09.2011 geht’s für 21,1km beim Lauf „Rund um den Fühlinger See“ noch einmal auf die „Teststrecke“. Dann wird aber durchgelaufen! 😉

Ergebnisse „13. Kölner Halbmarathon“: http://results.frielingsdorf-datenservice.de/2011/koelner_hm/


Einmal 10km und einmal 21km sind gebucht ….

…. als Vorbereitungsläufe für den Sparkasse KölnBonn Halbmarathon am 02.10.2011 hier in Köln.

Eigentlich sollte der „10er“ beim diesjährigen Sportscheck Altstadtlauf Köln am 28.07.2011 stattfinden, aber da bin ich leider etwas zu spät dran gewesen mit der Anmeldung. AUSGEBUCHT! Teilnehmerzahl bereits erreicht! Schade, aber noch lange kein Beinbruch!

Natürlich hatte ich noch einen Alternativtermin in der Hinterhand. Und diesen habe ich nun auch mittels erfolgreicher Anmeldung fest gemacht. 10km-Lauf bei „Die 10 Meilen von Köln“, ausgetragen vom ESV Gremberghoven. Termin 31.07.2011.

Zweiter Vorbereitungslauf ist der 21km-Lauf im Rahmen des 13. Kölner Halbmarathon am 04.09.2011 in Köln-Müngersdorf. Auch für diesen Lauf habe ich mich bereits fest angemeldet.

Somit habe ich einen jeweils offiziellen kurzen schnellen und einen langen schnellen Lauf mit ins Vorbereitungsprogramm aufgenommen. Mehr wird nicht gemacht. Beide Läufe möchte ich zwar aus dem vollen Training heraus, aber trotzdem mit maximaler Intensität laufen. Zwischen den Läufen, sowie nach beiden, liegt jeweils genug Zeit zum Verarbeiten.

Ich freue mich auf beide Läufe und hoffe auf gutes Gelingen!


Sparkasse KölnBonn Halbmarathon ….

am 02.10. – mein Jahresevent in 2011.

Das erste Halbjahr 2011 ist vorüber und ursprünglich wollte ich zu diesem Zeitpunkt schon drei Halbmarathons gelaufen sein, um mich nun auf mein Fernziel „Marathon“ im Oktober beim Köln-Marathon zu konzentrieren und vorzubereiten. Aber aus verschiedensten Gründen – fortwährende Erkältungen bis Ende März, Familienurlaub im Juni …. – habe ich es bislang „nur“ zu einem, dafür aber dann doch recht ordentlichen, Grundlagentraining gebracht Doch damit ist jetzt Schluss! Jetzt heißt es „Butter bei die Fische“! 😉

Zuerst – Zielkorrektur für den Köln-Marathon von „Ganz“ auf „Halb“. Die volle Marathondistanz bleibt mein Fernziel. Vielleicht klappt es ja schon in 2012. Für dieses Jahr möchte ich mich aber nun voll auf den Halbmarathon am 02.10. hier in Köln konzentrieren. Ich denke, hier geht noch einiges!

Also Schritt zwei – Anmeldung. Letzte Woche vorgenommen. Bestätigung erhalten. Ich gehe mit No. 26047 an den Start.

Dritter Schritt – Zieldefinition. Im letzten Jahr bin ich zwei Halbmarathons gelaufen. Meinen allerersten überhaupt in 1:53:49h und meinen zweiten, auch im Rahmen des Köln-Marathons, in 1:46:10h. In diesem Jahr möchte ich als Minimalziel sicher unter 1:45h und als Maximalziel unter 1:40h laufen. Dem Maximalziel stehe ich zwar noch etwas skeptisch gegenüber, aber noch bleiben mir dreizehn Wochen Vorbereitungszeit, in denen ich einiges rauskitzeln kann.

Damit wären wir dann auch bei Schritt vier – der gezielten Vorbereitung in Form eines konkreten Trainingsplans. Diesen habe ich eigentlich schon lange in der Schublade, nur blieb er aufgrund der eingangs erwähnten Umstände bis dato auch dort. Doch nun steige ich ein. Der Plan orientiert sich anfangs an der sub1:45h und steigert sich über die Wochen zur sub1:40h. Das Grundgerüst besteht aus drei Laufeinheiten (schnell, mittel, lang) pro Woche, komplettiert durch eine Radeinheit und eine Krafteinheit, wobei ich das Krafttraining für die nächsten Wochen auf ein „laufspezifisches Minimum“ reduzieren werde. Zu viel Muskelmasse benötigt zu viel Energie!

Wenn es zeitlich passt, baue ich vielleicht auch noch den einen oder anderen Testwettkampf mit ein. Im Visier habe ich hierfür schon einige Events, aber da warte ich noch ein wenig und entscheide mich dann spontan.

Bleiben der Wunsch und die Hoffnung auf eine gute Vorbereitung, Gesundheit und Verletzungsfreiheit und am Ende natürlich auf den maximalen Erfolg.

Ich freue mich drauf! 🙂


Laufbericht: Mein 2. Halbmarathon

03.10.2010 – es ist soweit! Der 2. Halbmarathon meines Lebens will gelaufen werden. 6 Wochen gezielte Vorbereitung liegen hinter mir. Der Tag der Abrechnung!

6.00 Uhr klingelt der Wecker. Ein erster Blick aus dem Fenster – na Klasse – alles naß. Regnet es etwa? Sollte doch so ein Superwetter werden. Naja – egal …. . Kurz mal bei Twitter und Facebook posten, dass ich so fein aufgestanden bin und weiter zum Essenfassen. 😉

Frühstück. Schwarzbrot mit Nutella, eine Banane und eine Tasse Kaffee schwarz mit Süßstoff. Dann noch eine 400’er-Magnesiumtablette und gut. Ab jetzt nur noch trinken. Aber 2 Fruchtriegel lege ich trotzdem noch zu meinen Sachen. Man weiß ja nie.

Anschließend Duschen, Anziehen, Rucksack packen, Start-Nr. ans Laufshirt heften ….. . Abschied von Familie und ab zur Bahn. Mit der Linie 3 in Richtung Messe …..

Gegen 7.45 Uhr stehe ich an der Bahnhaltestelle vor der Lanxess-Arena. Da kommt die Nachricht vom „Laufmeister“ Kay-Uwe Seiferth auf mein Handy. Er ist bereits da. Kay-Uwe ist leidenschaftlicher Läufer und ein „Laufmonster„. Er möchte ebenfalls den Halbmarathon in Köln laufen. Ich kenne ihn bislang nur aus dem Internet. Er bloggt wie ich regelmäßig seine Lauferleb- und -ergebnisse. Nur läuft er in einer anderen Liga als ich. Eine Woche vorher wollte er beim Berlin-Marathon die 42,2 Kilometer zum ersten Mal unter 3 Stunden laufen! Leider ist ihm das wegen Achillessehnenproblemen nicht ganz gelungen. 3:07h sind’s am Ende geworden. Was für eine Hammerzeit! Aber lest dazu selbst in seinem Blog!

Kay-Uwe hatte mir schon vor einiger Zeit angeboten, mich beim Kölner Halbmarathon ein bisschen mit zu ziehen. Ich war mir aber nach seinem Berlin-Erlebnis nicht ganz sicher, ob er dafür noch die Nerven hatte. Doch dann erhielt ich am Samstag eine Nachricht von ihm, dass sein Angebot nach wie vor steht. Hierüber habe ich mich echt gefreut! Super! Er schlägt mir vor, die 1:45h in Angriff zu nehmen. Wow – das hieße, eine Verbesserung meiner Laufzeit aus meinem 1. Halbmarathon um gut 9 Minuten! War ich schon so weit? Ich hatte mir eigentlich zum Ziel gesteckt, möglichst unter 1:50h zu laufen. Und nun noch einmal 5 Minuten schneller!? Aber hey – warum nicht!? Einen Versuch war es allemal wert! Und mit Kay-Uwe als „Pacemaker“ sollte ja einiges möglich sein! Also willige ich ein und wir verabreden uns für Sonntag. Sehr schön!

Nachdem wir uns vor dem Deutzer Bahnhof getroffen haben, gehen wir gemeinsam zur Kleiderabgabe. Dabei haben wir Gelegenheit zu einem ersten Gespräch. Ich stelle schnell fest, dass Kay-Uwe ein wirklich netter Kerl ist. Na das wird doch ein schöner Lauf! Nach dem Umziehen gehen wir zum Startbereich. Es ist mittlerweile 8.30 Uhr. Noch 15 Minuten bis zum Start. Wir laufen gemeinsam eine „Warm-Up-Runde“. Unzählige Läufer/innen sind in den Straßen und Gassen um den Startbereich herum unterwegs. So langsam kommt Lampenfieber in mir auf.

Dann halten wir uns direkt neben dem Startbereich auf. Ich bin dem „blauen Block“ zugeteilt. Kay-Uwe dem „roten Block“. „Rot“ wie „Vorsicht – schnelle Läufer!“. Aber er entschließt sich, mit mir in den „blauen Block“ zu kommen, um mich von Anfang an unter seine Fittiche zu nehmen. Ich sage ja – ein feiner Kerl!

Also steigen wir seitlich über die Barriere und stehen nun im Startblock. Ziemlich weit vorn sogar – super! Jetzt steigt mein Puls. Nur noch ein paar Minuten und es geht los. Abrechnung! Schauen, ob sich die Anstrengungen der letzten Wochen auch bezahlt machen. Das ist schon ein eigenartiger Moment. Du weißt, Du wirst nicht Erster, aber auch nicht Letzter werden, sondern irgendwo mittendrin landen. Es werden auch nicht viele von Deinem Laufergebnis Kenntnis nehmen. Dein Name wird halt irgendwo in einer schier endlosen Liste neben einer bestimmten Zeit stehen. Eigentlich die besten Voraussetzungen, um relaxt und locker zu sein. Das Wetter ist mittlerweile traumhaft. Also wozu jetzt noch stressen? Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ich bin aufgeregt und hibbelig als müßte ich gleich vor all den tausenden Läufern/innen eine Arie singen. Ich glaube, wenn ich jetzt das kleine 1×1 aufsagen müßte, käme ich schnell in Schwierigkeiten. Aber trotzdem ist es ein geiles Gefühl! Ich bin dabei! Ich bin ein Teilchen eines riesigen Puzzles! Und wenn ich alles richtig mache, kann ich heute eine richtig gute neue Bestzeit erlaufen! Sch**ße – ist das geil! Und nun los – ich will jetzt endlich laufen!

Und da ertönt auch schon der Countdown. Wir zählen alle zusammen von 10 herunter – …. 6, 5, 4, 3, 2, 1 …. . Ich laufe! Über die Startmatte – Uhr in Gang setzen. Wo ist Kay-Uwe ….. ach da ….. okay – alles gut! Wir ziehen das Tempo sofort auf einen 5’er-Schnitt. Das Läuferfeld kommt gut in Trab und man kann flüssig laufen. Sehr gut! Die Taktik sieht so aus – bis Kilometer 10/11 im Schnitt mit 5 min/km und dann bis auf 4:45 min/km anziehen, so lange, wie meine Beine das hergeben. Für Kay-Uwe ist das Ganze ja nur ein lockeres Läufchen – quasi ein letztes Auslaufen nach Berlin.

Die ersten Kilometer verlaufen gut. Fast schon zu gut, so dass wir immer wieder unweigerlich in einen Schnitt unter 5 min/km geraten. Aber ich fühle mich gut und gehe mit. Irgendwann nach einiger Zeit treffen wir auf Heiko Bartlog – ebenfalls ein Laufblogger und -twitterer. Heiko war lange Zeit stark erkältet und versucht sich in Köln so allmählich wieder in Form zu laufen. Sein nächstes großes Event ist der Marathon in Frankfurt. Er begleitet uns eine Weile und macht ein paar Fotos mit seinem Handy. Hoffe, die sind was geworden! 😉 Nach ein paar gemeinsamen Kilometern läßt uns Heiko wieder ziehen, um nicht gleich wieder zu viel zu riskieren. Aber schön, sich so auch mal persönlich kennengelernt zu haben.

Wir haben mittlerweile die Wendemarke am Ebertplatz passiert und laufen „auf den Ringen“ wieder zurück zum Rudolfplatz. Unser Tempo liegt noch immer meist knapp unter 5 min/km. Alles verläuft soweit nach Plan, aber so allmählich wird es hart für mich. Wir liegen jetzt irgendwo zwischen Kilometer 10 und 15. Eine echte Temposteigerung ist nicht drin. Ich möchte die aktuelle Geschwindigkeit lieber noch so lang wie möglich halten. Kay-Uwe ist einverstanden. Er läuft noch immer völlig locker und leicht vor mir her. Unglaublich! Da naht wieder eine Verpflegungsstation. Kay-Uwe bietet mir an, dass er für uns zwei etwas zu trinken holt. Ich solle einfach mal weiterlaufen und er kümmert sich um alles. Einerseits könnte ich schon ein paar Schlückchen Wasser vertragen, andererseits ist es mir schon fast peinlich. Ich komme mir vor, wie ein Rentner, der mit seinem Zivi läuft. 😉 Aber okay – für Kay-Uwe geht es eh‘ um nix und für mich um eine neue Bestzeit. Also gut – Herr Laufmeister – ich hätte dann gern ein Wasser! 🙂

Auf den „Ringen“ ist trotz der noch recht frühen Stunden eine Menge los. Und schon laufen wir über den Rudolfplatz. Nun geht es in Richtung Ziel! Ich bin am kämpfen, aber wir halten den Schnitt. Ich glaube, ohne Kay-Uwe hätte ich schön seit einiger Zeit das Tempo etwas rausgenommen. Aber so geht es doch noch recht gut. Es ist leider nur etwas deprimierend, dass es bei ihm so locker aussieht und ich mittlerweile ordentlich schnaufe. Naja – aber ich will ja hier auch nicht den Schönheitspreis gewinnen ….

Wir biegen in die Fußgängerzone ein und laufen auf die Dom-Platte zu. Abbiegen und weiter in Richtung Gürzenich und Heumarkt. Zuvor noch über die Spendenmatte. 3,00 Euro werden hier von jedem Läufer einbehalten. Da bin ich doch dabei! Für einen guten Zweck immer!

Gleich kommt der Heumarkt. Hier wartet wieder mein größter Fan – mein Sohnemann! 🙂 Zusammen mit Oma und Opa fiebert er dem Papa entgegen. Und da sehe ich sie auch schon am Streckenrand stehen. Nur leider haben sie mich wohl noch nicht erwartet, denn sie schauen irgendwo in der Gegend herum. Ja – ihr Lieben – der Papa macht heute ernst! Im letzten Moment erblicken sie mich. Ich streichel meinem Söhnchen noch kurz über den Kopf und schon bin ich vorbei. Wir sehen uns dann im Ziel ….

Nun geht es über den Heumarkt. Alles noch nach Plan. Die sub1:45h ist zu dem Zeitpunkt noch machbar. Wir laufen auf die Deutzer Brücke. Diese ist bogenartig gebaut, das heißt, es geht nun leicht bergauf. Doch dieser leichte Anstieg fühlt sich an wie ein Ultra-Berglauf. Ich komme völlig aus dem Rhythmus und muß ordentlich Tempo rausnehmen. Ich schaue kurz auf die Uhr – 5:40 min/km! Nein! Kommt, ihr Beine – da muß doch noch was gehen. Kay-Uwe treibt mich an, aber ich habe nix mehr zu geben. Ich betreibe nur noch „Schadensbegrenzung“. Und die Zeit läuft und läuft – nur ich scheine förmlich auf der Stelle zu treten.

Wir erreichen den „Gipfel“ – ab jetzt nur noch bergab. Wieder schaue ich auf die Uhr – 1:44: …. h. Noch gut 500 Meter bis zum Ziel. Sch******ßeeeeee! Ich könnte mich schwarz ärgern! Das war sie – meine sub1:45h! Mit dieser Wut im Bauch ziehe ich das Tempo ein letztes Mal an und rase auf das Ziel zu. Auch wenn es für das eigentliche Projekt nix mehr bringt, aber es wird in jedem Fall eine neue Bestzeit. Und die soll so gut wie möglich werden!

Und da ist es – das Ziel! Über die Matte und auf die Uhr gedrückt – 1:46:11 h* – jawoll! Alte Bestzeit um über 7 Minuten verbessert – jaaaaaa ……. ! Supergeil! Aber jetzt geht auch nix mehr! Ich schleppe mich an irgendein Geländer neben dem Zieleinlauf, stütze mich auf und versuche Luft zu bekommen. Nur mal kurz durchatmen. Da höre ich auch schon mit bestimmendem Ton: „Gehen Sie dann bitte auch weiter und aus dem Zielbereich heraus!“. Ich drehe mich um, sehe eine „Ordnungshüterin“ des Veranstalters und denke nur: „Mädchen, lauf Du mal 21,1 Kilometer in 1:46:11 h – dann kannst Du mich gerne wieder ansprechen!“. 😉 Aber gut – sie macht ja auch nur ihren Job. Also raffe ich mich auf und gehe zu Kay-Uwe. Der steht völlig locker und grinst nur. Ja – nee – is‘ klar! 😉

Wir gehen zusammen in den Nachzielbereich. Erstmal etwas trinken. Eigentlich wollte ich mir kein kaltes Kölsch auf mein sensibles Kehlchen schütten, aber was soll’s. Schließlich muß ich ja mit meinem „Pacemaker“ auch mal auf meinen Erfolg anstoßen. Also holen wir uns ein alkoholfreies Reissdorf-Kölsch. Jetzt fühle ich mich richtig gut. Der ganze selbstgemachte Druck der letzten Wochen ist weg. Die neue Bestzeit ist eingefahren. Alles bestens!

Der Rest ist schnell geschrieben. Ab in den Umkleidebereich, Kleiderbeutel holen, umziehen, gemeinsam zurück gehen. Bei einem letzten Schwätzchen entdeckt Kay-Uwe auf einmal noch zwei Lauf-Blogger. Steffen von den „Runningfreaks“ und Marco von „Die Soulrunner„. Beide haben bereits den 10km-Lauf und den Halbmarathon in den Beinen und wollen sich nun noch auf die 42,2 km begeben. Das Ganze bildet den Kölner-Ultramarathon mit insgesamt 73 Kilometern. Wahnsinn! Wir stellen uns kurz vor und quatschen ein paar Sätze. Dann müssen die beiden aber auch schon zum Start. Alles Gute Euch zweien – ich habe für heute fertig! 🙂

Kay-Uwe und ich verabschieden uns nun auch. Er fährt mit der Bahn weiter, um am Barbarossaplatz seine Familie zu treffen. Ich telefoniere kurz mit meiner Frau und mache mich dann auch auf den Heimweg. Aber vorher schaue ich mir noch den Start des Marathons an. Ich stehe direkt neben der Startlinie und sehe die Topläufer/innen mal aus nähester Nähe. Eine Wahnsinnsstimmung! Gänsehautfeeling pur! Und dann ertönt der Startschuß! Wow – zischen die ab! Mehr und mehr Läufer/innen setzen sich langsam in Bewegung. Die Zuschauer jubeln ihnen zu und wünschen alles Gute. Super! Ich denke, im nächsten Jahr bin ich hier auch dabei …. aber das ist noch Zukunftsmusik. 😉

Kurz vor der Bahnhaltestelle erreiche ich meine Schwiegereltern mit meinem Sohn. Wir fahren gemeinsam nach Hause. Dort warten schon Frau und Tochter. Papa ist wieder da! Papa ist neue Bestzeit gelaufen! Alles supi! 🙂

Fazit: Ein herrliches Lauferlebnis und ein noch herrlicheres Laufergebnis! Alles hat gepaßt! Fast wären noch die 1:45 h drin gewesen, aber gut – dann eben beim nächsten Mal (hoffentlich).

Euer Supermario

*1:46:10 h offizielle Nettozeit


Auf dem Weg zum 2. Halbmarathon – 6/6 Woche

Letzte Vorbereitungswoche. Dienstagabend – raus zum geplanten lockeren Dauerlauf von ca. 1 Stunde. Ich wähle meine fast übliche Abendlaufstrecke über die Deutzer Brücke am linken Rheinufer entlang und über die Mülheimer Brücke wieder retour. Ich laufe ganz locker los, leicht über einem 6’er-Schnitt. Aber ich merke direkt, dass die Beine irgendwie mehr wollen. Unweigerlich erhöhe ich bereits nach kurzer Zeit das Tempo und es fühlt sich toll an. Ich überlege kurz, wie ich das Training weiter gestalten soll, und entscheide mich letztendlich dazu, aus dem lockeren einen zügigen Dauerlauf zu machen. Meine Abendlaufstrecke misst eh’ 13,6 Kilometer – da wäre ich ja im lockeren Tempo nie und nimmer bereits nach 1 Stunde wieder da gewesen. Also weiter im flotteren Tempo. Das Wetter ist herrlich und ich spule die Kilometer ab. Alles läuft gut. Nur auf den letzten paar Kilometern spüre ich wieder einmal meinen linken Fuß. Mist! Ich hatte für diesen Abend meine Asics Nimbus 12 gewählt und die neuen orthopädischen Schuheinlagen drin. Doch irgendwie kann ich mit den Einlagen keine Tempoläufe mehr machen. Speziell am linken Fuß fühlt sich die Einlage wie ein störender Fremdkörper an. Am Ende meines Laufs sind die Schmerzen ziemlich stark und ich bereue fast schon meinen Umschmiss des Trainingsplans. Andererseits fasse ich jetzt endgültig den Entschluss, meinen Halbmarathon ohne die „Orthos“ zu laufen. Nach 1:13h bin ich wieder am Ausgangspunkt angekommen. Noch für 10 Minuten locker Auslaufen und ab nach Hause.

Mittwoch und Donnerstag spüre ich immer wieder die Schmerzen im linken Fuß. Mist, Mist, Mist ….! Meine Stimmung ist nicht gerade optimistisch. Ich genehmige mir die zwei Tage eine Laufpause, um für Sonntag nix zu riskieren. Jetzt kann ich sowieso nichts mehr reißen. Mein geplantes Intervalltraining lasse ich ausfallen. Bin ja am Dienstagabend recht zügig unterwegs gewesen.

Freitagabend dann ein letzter Lauf. Der Fuß zwickt noch ein wenig. Eigentlich wollte ich erst am Samstagnachmittag für ca. 20 Minuten ein ganz lockeres „Einstimmungsründchen“ für Sonntag drehen, aber nun entscheide ich mich dazu, aus dem ausgelassenen Intervalltraining und diesem lockeren Läufchen ein ordentliches Abschlußtraining im Format „Locker – Schnell – Locker“ zu mixen. Diesmal ziehe ich meine Sauconys an, mit denen ich auch den Halbmarathon laufen werde, und lasse die orthopädischen Einlagen gleich weg. Kurz nach 22.00 Uhr geht’s dann raus in eine schöne Herbstnacht und für die ersten knapp 5 Kilometer mit lockerem Tempo los. Alles prima bis dahin. Dann kontinuierlicher Tempoanzug auf durchschnittlich 4:50 min/km. Es läuft! Ich laufe meine kleine „Hausrunde“ von 4,25 Kilometern in diesem Schnitt durch und fühle mich absolut fit. Auch mein linker Fuß spielt mit. Klasse! Ich habe das Gefühl, als wäre er einfach nur verspannt gewesen und ich hätte ihn nun – ohne die Einlagen – schmerzfrei gelaufen. Ist schwer zu beschreiben, aber mit jedem Schritt fühlte es sich besser an. Jetzt kommt endlich richtige Vorfreude auf meinen zweiten Halbmarathon in mir auf. Super! Zum Abschluß noch einmal die gleiche Runde wieder im lockeren Tempo. Alles gut, yeah!

Am liebsten würde ich jetzt meinen Halbmarathon sofort laufen. Ich fühle mich wirklich auf den Punkt fit. Aber gut – noch zweimal schlafen und dann wird abgerechnet. Mal schauen, was am Ende wirklich heraus kommt.

Die Woche ist trotz der kleinen „Depri-Phase“ zufriedenstellend gelaufen, und vor allem mein Abschlußtraining macht mir Mut und Hoffnung. Jetzt will ich’s wissen! 🙂


Auf dem Weg zum 2. Halbmarathon – 5/6 Woche

Vorletzte Vorbereitungswoche. Wieder gesund und fit und deshalb auch vieles auf der Agenda. Diese Woche wollte ich nutzen, um noch einmal eine wirklich gute Trainingswoche hinter mich zu bringen.

Und so ging’s direkt am Montagmorgen gegen 5.15 Uhr auf meine 4,25km-Hausrunde mit dem Ziel, diese drei Mal zu laufen, im Rhythmus ruhig – schnell – ruhig. Pulsuhr, Brustgurt und Fußsensor blieben abermals zu Hause, da ich mich mehr auf mein Laufgefühl verlassen wollte. Trotzdem stoppte ich zumindest die einzelnen Rundenzeiten. Ein bisschen Kontrolle kann ja nicht schaden. 😉 Die erste Runde lief ich in 27 Minuten, die Zweite in 20 Minuten und für die Runde brauchte ich noch einmal 25 Minuten. Alles in allem war ich damit zufrieden – ein guter Wocheneinstand.

Dienstag Ruhetag.

Am Mittwochmorgen machte ich mich zur selben frühen Stunde wie am Montag wieder auf. Diesmal stand ein lockerer Dauerlauf für ca. 1 Stunde auf dem Programm. Und so lief ich 10,5 Kilometer runter, mit einem Schnitt von 5:42 min/km. Keine große Sache – alles gut.

Der Donnerstag war wieder als Lauf-Ruhetag geplant. Allerdings hatte ich mir vorgenommen, am Abend mein Home-Kraftprogramm durchzuziehen. Gesagt, getan! Schöne Einheit! Eigentlich möchte ich das Krafttraining gern auf 2 Einheiten die Woche ausdehnen, aber irgendwie bekomme ich das im Moment neben Beruf, Familie und normalem Alltag zeitlich nicht gebacken.

Freitag war Tempotag! Geplant waren 3 x 10 Minuten im angestrebten Halbmarathontempo und dazwischen jeweils 5 Minuten lockerer Trab. Leider lud das Wetter mit ständigen Regengüssen nicht wirklich zu einem Training unter freiem Himmel ein. Also entschloss ich mich, morgens schon meine Trainingstasche mitzunehmen und nach der Arbeit direkt ins Gym zu fahren. Laufbandtraining! Ist schon ein Weilchen her, dass ich eine echte Laufeinheit auf dem Band absolviert habe. Als ich dann gegen 16.00 Uhr im Gym ankam waren alle Laufbänder leer! Ein sehr seltener Anblick für einen Freitagnachmittag und Regenwetter. Somit hatte ich freie Auswahl! ☺ Schnell die Laufsachen an, Brustgurt umgeschnallt und schon ging’s los. Zuerst 15 Minuten einlaufen. Dann kam der erste Tempoblock! Geschwindigkeit hoch auf 5 min/km (12 km/h) gedrückt und ab. Spätestens jetzt spürte ich den Unterschied zwischen Laufen auf Asphalt oder Feldwegen und Laufen auf dem Laufband. Die Geschwindigkeit fühlte sich unheimlich schnell an! Rein nach diesem Gefühl hätte ich getippt, dass ich wesentlich schneller laufe. Leider hatte ich meinen Schuh-Laufsensor nicht dabei, um damit die Gegenprobe zu haben. Somit musste ich der Anzeige im Display des Laufbands einfach mal glauben und davon ausgehen, dass die Laufbänder ordentlich kalibriert sind. Nach ein paar Minuten hatte ich dann allerdings auch meinen Rhythmus gefunden. Jetzt lief alles rund. Das Schöne an so einem Laufband ist ja, dass gerade beim Tempotraining immer die gleiche Pace anliegt. Du musst halt immer nur laufen, laufen, laufen …. und schön die Fingerlein von der Tempotaste weglassen! ☺ Block zwei und drei verliefen gleichermaßen gut. Am Ende eines jeden Blocks zog ich die Geschwindigkeit immer noch für die letzten 2 Minuten schrittweise bis auf 4:30 min/km (13,5 km/h) hoch. Danach war ich relativ platt! Noch 15 Minuten locker auslaufen und ab unter die Dusche. Ich war pitschnass geschwitzt – so nass wäre ich wohl auch im Regen geworden. 😉 Aber – die Einheit war gut und ich zufrieden!

Fehlte zu guter letzt noch ein langer entlastender Lauf. Den hatte ich logischerweise für Sonntagnachmittag geplant. Allerdings sollte es dann laut Wetterbericht erneut regnen. Und so beschloß ich mich bereits am Samstagabend auf eine etwas längere Laufrunde zu begeben. Bei sternenklarem Himmel ging’s um 22.20 Uhr dann auch „schon“ los. ☺ Zuerst in Richtung Köln-Messe, am Deutzer Bahnhof vorbei – im Übrigen der Start-Ziel-Bereich des anstehenden Halbmarathons -, über die Deutzer Brücke hinunter zum Rheinufer und an diesem entlang bis zur Mülheimer Brücke. Hier wieder retour über den Rhein auf die „Schälsick“ und weiter bis fast vor die Haustür. Hier aber noch nicht nach oben, sondern weiter auf meine 4,25km-Hausrunde, so dass am Ende nach 1 Stunde und 52 Minuten gute 18 Kilometer zusammenkamen. Das reichte dann aber auch! Mittlerweile war es bereits kurz nach Mitternacht und meine Frau machte sich allmählich sorgen, wo ihr „Göttergatte“ denn bleibt. 😉 Ein wirklich schöner Abend- bzw. Nachtlauf lag hinter mir und ich konnte beruhigt und zufrieden ins Bett gehen.

Fazit: Die Woche verlief ganz nach Plan – super! Ich hoffe, dass ich den davorliegenden Trainingsausfall von 10 Tagen wenigstens ansatzweise ausgleichen konnte, obwohl das ja eigentlich nicht möglich sein soll. Naja – wir werden sehen!

Ausblick: Heute beginnt die letzte Woche vor meinem zweiten Halbmarathon. Geplant sind noch ein lockerer Dauerlauf von ca. 1 Stunde, eine Intervall-Einheit und ein ganz kleines und ruhiges Läufchen am Samstag.

Ich hoffe, die Woche verläuft gut und ich bleibe vor allem gesund und unverletzt!

Ich diesem Sinne auch Euch alles Gute!

Euer Supermario