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Laufbericht: 24. Rheinbogenlauf 2012

08.07.2012 – Sonntagmorgen 6.00 Uhr. Wie fast jeden Tag werde ich von unserem Sohnemann geweckt. Frau und Tochter bleiben noch schlafend im Bett. Nun gut – wenn auch mittlerweile daran gewöhnt – immer wieder eine harte Aufstehzeit für einen Sonntagmorgen. Heute allerdings war es eh’ so geplant, denn es steht die Teilnahme am 24. Rheinbogenlauf in Köln-Weiss auf dem Plan. Ich möchte über die 10km-Distanz laufen. Startzeit 10.15 Uhr. Wieder einmal ein Lauf für die Wertung im PSD Bank Laufcup.

Dann ein erster Blick aus dem Fenster. Mist! Die letzten Reste des klaren Nachthimmels werden gerade von einer dicken Wolkendecke erobert, die erahnen lässt, was da gleich wieder an Wasser herunter kommt.

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Und kurze Zeit später fängt es auch tatsächlich an zu regnen. Na toll – also wieder ein Regenlauf! Frau und Tochter sind inzwischen auch wach. Meine Frau bringt es mal wieder auf den Punkt, indem sie sagt: „Du hast ja von den Knall, bei so einem Wetter zu laufen. Wahrscheinlich bist Du der Einzige am Start. Bei dem Mistwetter zu laufen und dafür auch noch Geld zu bezahlen ist doch total bekloppt!“. Nun gut – so ein ganz kleines bisschen muss ich ihr ja schon Recht geben. Für den objektiven Betrachter drängt sich dieser Eindruck ja quasi förmlich auf, schüttet es doch mittlerweile wieder wie aus Eimern. Allerdings weiß ich es natürlich besser! Schlechtes Wetter ist kein Grund, um nicht zu laufen und schon gar nicht, um einen geplanten Wettkampf abzusagen. Meine Frau würde sich wundern, was da gleich am Sportplatz beim TSV Weiss e.V. los sein wird. Und mit dieser inneren Gewissheit bereite ich mich auf den Lauf vor.

Morgentoilette, Frühstück, Tasche packen, Familienverabschiedung, noch schnell Brötchen vom Bäcker holen fahren für „die Bande“ zu Hause und dann bin ich auf dem Weg in Richtung Köln-Weiss. Es ist wieder eine kleine Premiere für mich, denn ich bin noch nie beim Rheinbogenlauf dabei gewesen. Allerdings habe ich mich über die Strecke und den Lauf an sich erkundigt, so dass ich weiß, heute könnte endlich mal eine gute Zeit herausspringen. Die Strecke ist flach und der Lauf immer gut besucht. Insofern sollte auch mal ein größeres Lauffeld zustande kommen und ich nicht wieder nur allein unterwegs sein.

Am Veranstaltungsort angekommen, finde ich schnell noch einen Parkplatz. Wie erwartet, hält das schlechte Wetter den wahren Läufer nicht ab. Hier ist schon eine Menge los. Gerade laufen die ersten Läufer des 5km-Wettkampfes ins Ziel ein. Ich begebe mich erstmal ins Vereinsheim und erledige meine Nachmeldung. Danach zum Auto zurück, umziehen, einlaufen und schon stehe ich am Start. Es regnet weiterhin in Strömen. Der Start liegt auf einem asphaltierten Feldweg, welcher allerdings nicht gerade sehr breit ist. Deshalb herrscht doch schon ein reges Gedränge. Zudem hat sich viel regionale Laufprominenz eingefunden, welche natürlich immer gern von ganz vorn startet. Nach einer kurzen Anmoderation geht es dann endlich los. Die Zeitnahme erfolgt heute Brutto wie Netto ohne elektronische Hilfe. Ich starte ungefähr aus Reihe 5 und drücke meine Garmin.

Für den Lauf hatte ich mir einiges vorgenommen, da ich mich in einer guten Verfassung fühle. Auch die letzten Trainings verliefen alle sehr positiv und zeigten einen deutlichen Aufwärtstrend. Endlich! Ein Angriff auf die persönliche Bestzeit sollte also heute möglich sein. Demzufolge sieht die Taktik so aus, dass ich bis KM2 versuche, nicht wieder zu schnell anzugehen, sondern mich direkt bei einer 4:15er Pace einzupegeln. Bis KM5 dann so weiter, um bis KM8 ein wenig auf die Tube zu drücken. KM8 Vorbereitung zum Endspurt und auf dem letzten Kilometer dann „Feuer frei!“.

Und es lief von Anfang an gut und nach dem gesteckten Plan. Ich spürte schon nach wenigen hundert Metern –heute geht was! Ich blieb sehr konzentriert und habe wirklich versucht, den Lauf quasi nach dem Muster abzuarbeiten. Zu laufen waren zwei 5KM-Runden über gut angelegte Feldwege und kleinere Ortsstraßen. Eine schöne Strecke, die mir gut aus den Füßen ging.

Runde 1 absolvierte ich knapp unter 21:20 und somit absolut im Soll. Kurz zuvor hatte ich zwei Läufer überholt, an die ich mich langsam, aber konsequent, heran gearbeitet hatte. Nun versuchte ich, Abstand zu gewinnen. In aussichtsreicher Entfernung lief auch schon eine weitere Dreiergruppe, zu der ich aufschließen wollte. Bloß nicht wieder völlig allein laufen! Ich wusste ja jetzt aus Runde 1, was mich streckentechnisch erwartete. Also riskierte ich an günstigen Passagen die eine oder andere Tempoverschärfung. Bei KM7 war ich dran. Die Gruppe war mittlerweile etwas auseinandergerissen. Den letzten Läufer schnappte ich mir direkt. Nun liefen noch ein Läufer und eine Läuferin vor mir. Den zweiten Läufer konnte ich bei KM8 überholen.

Jetzt noch 2000 Meter. Es ging von nun an ganz leicht bergauf, fast bis zum Ziel. Ich versuchte die Laufintensität nun noch einmal zu erhöhen. Jetzt nicht einknicken! Aber die Kraft war diesmal da, auch die Frische. Ich merkte, dass da noch genug Reserven waren. Also nahm ich nun auch noch die Läuferin –eine junge Vereinsläuferin vom TuS Köln rrh. – ins Visier. Meter um Meter arbeitete ich mich heran. KM9 –jetzt volle Kanne! Pace unter 4:00min/km. Für die letzten 100m bis zum Ziel musste man noch einmal um eine 90°-Abbiegung. Ich wollte unbedingt vorher an der Läuferin vorbei. Also zog ich weiter durch und konnte sie ca. 30m vor der Abbiegung überholen. Dann konzentriert um die Ecke herum und ab ins Ziel. Endspurt! Ziellinie, Garmin abdrücken und geil –42:31min – neue persönliche Bestzeit! Doch ich bin mir nicht ganz sicher, ob das auch mit der offiziellen Zeitnahme übereinstimmen wird. Naja – mal abwarten. Aber – ein richtig guter Lauf heute! Super!

Ich trinke schnell einen Becher Tee und laufe mich für 2km aus. Es regnet nach wie vor Bindfäden. Aber das ist jetzt eh’ egal. Ich bin von Kopf bis Fuß klatschnass und eingesaut. Meine Auslaufrunde endet kurz vorm Auto. Schnell im Schutze der Kofferraumklappe was Trockenes anziehen und ab nach Hause. Duschen, Essen, Restsonntag. Und wie es halt so ist, klart es draußen allmählich auf und die Sonne kommt sogar zum Vorschein. Na prima! Aber so können die Kids und ich wenigstens noch eine Runde in den Rheinpark gehen. Auch gut!

Am Abend checke ich dann die offizielle Ergebnisliste des Laufes und muss (leider) feststellen, dass ich mit einer Zeit von 42:39min notiert bin. Schade! Aber immerhin – das bedeutet Egalisierung meiner persönlichen Bestzeit aus dem letzten Jahr auf die Sekunde. Damit bin ich letztendlich doch sehr zufrieden. Es war ein sehr gelungener Lauf. Das eine oder andere ist zwar noch verbesserungswürdig, aber die grundsätzliche Richtung stimmt.

Zum „Rheinnogenlauf“ selbst bleibt mir nur zu sagen – schöne Laufveranstaltung – alles prima. Hier merkt man, dass das ganze bereits seit über zwei Jahrzehnten durchgeführt wird. Beim gesamten Orgateam spürbare Ruhe und Gelassenheit – the same procedure as every year, eben. Da bin ich auch gern im nächsten Jahr wieder dabei.

Abschließend noch ein Blick auf die Wertung. Hier erreichte ich einen 60. Platz von 175 in der Gesamtwertung Männer sowie den 15. Platz von 26 Teilnehmern in der AK M40. Diese war diesmal sehr stark besetzt, mit den ersten 11 Plätzen alle unter 40min! In der PSD-Bank-Laufcup-Wertung stehe ich nun im Gesamtklassement Männer auf Platz 315 und in der AK M40 auf Platz 11. Der nächste Cup-Lauf findet hier in Köln am 29.07.2012 mit dem 10km-Lauf bei den „10 Meilen von Köln“ des ESV Gremberghoven statt.

Insofern heißt es nun wieder gesund bleiben und weiterhin gut trainieren!