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Laufbericht: 24. Lauf „Rund um den Fühlinger See“ 2012

23.09.2012. Ein Test-Wettkampf über die Halbmarathondistanz steht auf dem Plan. Ausgesucht habe ich mir hierzu, wie schon im vergangenen Jahr, den Halbmarathon im Rahmen der 24. Laufveranstaltung „Rund um den Fühlinger See“. Zudem ist dieser Lauf auch wieder ein Wertungslauf für den PSD Bank Köln Laufcup – passt also.

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6:30 Uhr aufstehen und Blick aus dem Fenster. Wetter ist, wie angekündigt, leicht durchwachsen, aber kein Regen. Das Thermometer zeigt knapp 8°C, aber bis zum Start um 10.40 Uhr geht ja vielleicht noch was. Morgengymnastik, Frühstück, Duschen, Anziehen, Tasche packen und ab geht’s. Kinder noch schnell bei Oma & Opa absetzen, denn es ist Weltkindertag und unsere zwei „Schweinchen“ wollen mit den Großeltern mal die Lage in der Kölner-City checken. Kurz nach 9.00 Uhr komme ich am Fühlinger See an. Parkplätze gibt es wieder ohne Ende und das sogar wieder direkt am Veranstaltungsgelände. Spitze! Ich melde mich für den Halbmarathon nach, bringe meine Tasche in die Umkleide und vertrete mir noch ein wenig die Beine. Da höre ich aus den Lautsprechern des Geländes, dass in wenigen Minuten der Zieleinlauf des 10km-Laufs erfolgt. Also gehe ich rüber zum Ziel, um mir das nicht entgehen zu lassen. Und da stürmt der Erstplatzierte –Pascal Meißner vom TV Refrath – auch schon heran. Knapp unter 33:00 Minuten geht er über die Zielmatte! Sehr beeindruckend! Aber der junge Mann ist auch für diese Top-Leistungen in der hiesigen Laufszene bekannt und liefert regelmäßig in dieser Form ab.

Ich schaue mir noch den Einlauf der Nächstplatzierten an und begebe mich dann wieder in die Umkleide. Noch ist genug Zeit. Startnummer ans Shirt anbringen, von lang auf kurz umziehen, Schuhwechsel, Forerunner ran, Time-Chip ums Fußgelenk und raus zum Einlaufen. Ich laufe am Startbereich vorbei – alles noch ruhig. Gut 20 Minuten bleiben bis zum Start. Ich laufe mich locker ein, mache ein paar Steigerungen und leichte Dehnungen und laufe zum Startbereich zurück. Dieser hat sich mittlerweile gut gefüllt. Irgendwo zwischen den Reihen 10 und 12 sortiere ich mich ein. Zielzeit für mich ist heute eine 1:35h – das heißt möglichst konstant einen 4:30er-Schnitt laufen. VICSYSTEM hat mir eine Zeit von 1:35:44 prognostiziert und einen Schnitt von 4:32min/km vorgegeben. Aber ich möchte mich direkt an der 1:35h versuchen. Meine HM-Bestzeit steht bei 1:36:50 – aufgestellt Anfang Oktober letzten Jahres beim Sparkasse KölnBonn Halbmarathon. Ich fühle mich gut und vor allem durch das Training mit VICSYSTEM gut vorbereitet – somit sollte heute schon etwas drin sein. Das Wetter spielt auch hervorragend mit. Die Temperatur ist gegenüber dem frühen Morgen leicht gestiegen, es ist trocken und vor allem windstill, was für die sehr flache und offene Laufstrecke um den Fühlinger See einen riesigen Vorteil bedeutet.

Kurz bevor es losgeht, spricht mich noch jemand von der Seite an. Kay-Uwe Seiferth – besser bekannt als der „Laufmeister“ – steht auf einmal neben mir. Ich wusste, dass er heute hier auch den Halben laufen wird und hatte auch schon immer mal Ausschau nach ihm gehalten. Aber man sieht in diesem Gewirr von Läuferinnen und Läufern so viele – teilweise auch bekannte Gesichter – nur wenn man speziell nach einer Person sucht, wird es meist schwierig. Wir quatschen ein bisschen, wünschen uns alles Gute und dann reiht sich Kay ein wenig weiter vorn ein. Soll er ruhig – er hat für heute andere Ambitionen als ich.

Und dann geht es los. Das Feld setzt sich in Bewegung. Über die Startmatte, Forerunner drücken und auf ins Rennen. Diesmal gehe ich ohne besonderes Anfangstempo direkt mit meiner Durchschnittspace von 4:30min/km an. Kein übertriebenes Risiko – denn 21,1km bin ich bis dato noch nicht in diesem Tempo gelaufen. Der Start klappt prima und ich spüre, dass das heute ein gutes Rennen wird. Die Beine fühlen sich sehr gut an. Das Lauffeld ist noch ziemlich dicht beisammen, so dass einem der 4:30er-Schnitt fast wie ein lockerer Lauf vorkommt. Dieser Sog der Läuferschar ist schon grandios – gleichermaßen aber auch immer wieder sehr verführerisch, um zu früh zu viel zu wagen. Deshalb schön auf die Uhr schauen und ruhig bleiben.

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(Foto: Detlev Ackermann)

KM5 passiere ich knapp über 22:30min – alles prima. KM10 geht mit fast glatten 45:00min durch – die Marschrichtung stimmt. Ich fühle mich nach wie vor gut. Trotz der Windstille versuche ich immer möglichst nicht allein zu laufen und suche mir regelmäßig einzelne Läufer oder kleinere Gruppen als „Pacemaker“ aus. Bei KM12 laufen zwei Läufer an mir vorbei. Ich laufe gerade mal ein Stück allein. Die beiden laufen zügig, aber auch sehr gleichmäßig und ruhig. Das ist meine Chance! Ich hänge mich dran. Ein Blick auf die Uhr – 4:27min/km – das passt. Und so laufe ich mit –Kilometer um Kilometer. Irgendwo um KM14 hört man von hinten eine Fahrradklingel und die Rufe: „Bitte rechts halten – der Spitzenläufer kommt vorbei!“. Das Fahrrad fährt vorbei und da ist er auch schon – der Spitzenläufer – im wahrsten Sinne des Wortes. Daniel Schmidt vom LT LSHS Köln stürmt vorbei um kurz darauf in sagenhaften 1:07:16h zu finishen! Was für eine Klassezeit!

Meine zwei „Vorläufer“ haben sich derweil etwas abgesetzt. Anfangs blieb ich noch dran, aber eine 4:15min/km schien mir bei KM16 doch noch etwas zu früh für einen Endspurt. Also lasse ich sie ziehen, behalte sie aber im Auge. Auf der letzten langen Geraden entlang der Regattastrecke kann ich dann wieder zu ihnen aufschließen. Scheinbar war die zwischenzeitliche Tempoverschärfung doch eher dem auf dem Streckenabschnitt herrschenden Rückenwind geschuldet. Jetzt, wo es wieder in die Gegenrichtung geht und somit auch der leichte Wind eher von vorn kommt, liegt der Schnitt wieder zwischen 4:25min/km und 4:30min/km. Doch jetzt lass ich mich auch nicht mehr abschütteln!

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(Foto: Detlev Ackermann)

Im Gegenteil – ich rüste zum Angriff. Ich fühle mich gut. Ein Endspurt ist heute noch drin. KM 17 und KM18 sind überlaufen. Kurz vor KM19 ziehe ich das Tempo an und löse mich ohne Gegenwehr von meinen zwei Mitläufern. Noch 2km bis zum Ziel. Mittlerweile werden sogar viele Läufer/innen überrundet. Man weiß gar nicht mehr so recht, wer hier überhaupt noch wie lang zu laufen hat. Das habe ich so auch noch nie erlebt. Ich ziehe einfach durch. Ich will die 1:35h! Zum letzten Mal den kleinen Berg zur Zielgeraden hoch und nun nur noch Vollgas!

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Foto: Kai Engelhardt

Die Beine laufen wie von allein!

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Foto: Kai Engelhardt

Zielfotos von Kai Engelhardt von den „Laufmonstern“ (Vielen Dank, Kai! 🙂 ), Zielmatte, Forerunner abdrücken und – 1:35:01h. Bingo! Was für eine Punktlandung! Ausgehen, einen Becher Krombacher Weizen Alkoholfrei schnappen und kurz genießen. Neue persönliche Bestzeit und Zielvorgabe für heute voll erfüllt! Geile Sache!

Da sehe ich auch den Herrn „Laufmeister“ wieder. Er ist mit seiner Zeit – trotz ebenfalls neuer persönlicher Bestzeit – nicht ganz zufrieden. Aber gut – er hat die letzten Wochen als Testläufer für Peter Greif ein Wahnsinnsprogramm abgespult. Insofern „klagt“ er auf ganz hohem Niveau! 😉 Wir verabschieden uns nach einem kurzen Plausch, denn jeder von uns „Laufpapas“ hat, wie immer, noch ein ordentliches Restsonntagprogramm zu erledigen.

Ich ziehe mir schnell trockene Sachen an, verstaue meine Tasche schon mal im Auto und laufe mich noch für gut 2km aus. Dann geht’s ab nach Hause. Duschen, essen, kurz auf dem Sofa chillen, Kinder wieder von Oma & Opa abholen …. Restsonntagsprogramm eben. 😉

Abschließend – wie immer – die offizielle Wertung:

Nettozeit: 1:34:59h
Gesamt Männer: 136 (491)
AK M40: 39 (76)

PSD Bank Köln Laufcup Gesamt Männer: 65 Punkte – Platz 27
PSD Bank Köln Laufcup AK M40: 162 Punkte – Platz 5

Diese Woche verläuft nun in sportlicher Hinsicht relativ ruhig, da am kommenden Sonntag schon der nächste Wettkampf auf dem Plan steht. Hier schwanke ich noch zwischen dem „Burscheider Stadtlauf“ und dem „Bickendorfer Büdchenlauf“. Beides sind Läufe über 10km. Ich werde mich spontan entscheiden. 🙂

Ich wünsche eine gute Restwoche und ganz speziell allen Berlin-Marathon-Startern alles Gute für kommenden Sonntag!

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