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Meine 2D-Laufbandanalyse oder besser „Hax’n-Video“

Am Freitagnachmittag war es soweit – 16.30 Uhr Termin zur „2D-Laufbandanalyse ab Hüfte“. Also fuhr ich – bewaffnet mit meinen zwei Paar aktuellen Laufschuhen und den derzeitigen orthopädischen Schuheinlagen – nach Köln-Deutz zur Sportorthopädie Wallenborn GmbH. Eine auch unter Profis gut bekannte Adresse für entsprechende Untersuchungen. Ich hatte diese Analyse bereits 2007 schon einmal gemacht, damals allerdings nur ab dem Knie. Aufgrund meiner in den letzten Wochen fortwährend aufgetretenen Schmerzen im linken Fuß wollte ich aber nun mal wieder wissen, wie es um meine Laufbewegung so bestellt ist.

Okay – so lief das Ganze. Zuerst eine digitale Fußsohlendruckmessung. Dann wurden beide Füße für die späteren Schuheinlagen im Stehen umzeichnet. Als nächstes ausziehen bis auf den Slip und schon waren auch meine Beine entsprechend markiert. Es folgt eine erste Haltungsanalyse im Stand. Dann wird die Beweglichkeit des unteren Rückens überprüft. Und siehe da – mein ISG (= Iliosakralgelenk – auch als Kreuzbein-Darmbein-Gelenk bezeichnet – ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein.) ist auf der rechten Seite mal wieder leicht blockiert. Tja – nix neues. 😉 Zurückzuführen auf eine verkürzte und verspannte Hüft- und Gesäßmuskulatur. Aber gut – weiter. Rauf aufs Laufband und bei 5 km/h vorerst nur ganz locker gehen. Das Ganze barfuss. Dabei erstellen eine seitlich und eine hinter mir postierte Kamera ein entsprechendes Video. Im Anschluß daran wird gelaufen. Mit 10 km/h im lockeren Dauerlaufstil. Zuerst auch wieder barfuss, danach mit meinen neuesten Laufschuhen (Asics Gel Nimbus 12). Hiervon wird jeweils wieder ein Video erstellt.

Wieder anziehen und erste Auswertung. Zusammen schauen wir uns die Videos an. Dabei wird mir schnell deutlich, dass mein derzeitiger Laufstil nicht wirklich optimal ist. Ich bekomme erklärt, dass ich

1.) zu instabil in der Hüfte bin
2.) mit dem sog. „Overcrossing-Stil“ laufe.
3.) mit dem linken Fuß eine starke Supination ausübe.
4.) die Beine in der Vorwärtsbewegung nicht optimal anwinkle.
5.) Zudem stellt sich heraus, dass der von mir so geschätzte Asics Gel Nimbus eigentlich gar nicht der richtige Laufschuh für mich ist.

Puh – na super!

Jedoch bekomme ich im direkten Anschluß erklärt, dass ich

1.) das durch entsprechende Kräftigungsübungen gut in den Griff bekommen kann. Vielleicht unterstützend mit einer physiotherapeutischen und/oder osteopathischen Behandlung.
2.) das aufgrund meiner O-Beine mache, aber mir mit viel Fleiß langfristig einen etwas offener Laufstil antrainiert werden kann.
3.) das auch aufgrund meiner O-Beine und der instabilen Hüfte mache, aber die v.g. Maßnahmen sowie eine entsprechend darauf abgestimmte neue Schuheinlage Abhilfe schaffen können.
4.) das relativ einfach mit regelmäßigem Lauf-ABC und entsprechenden Dehnübungen optimieren kann.
5.) besser einen direkteren, nicht so stark gedämpften Laufschuh mit stabilen Außenkanten laufen sollte.

Okay – viel zu tun, aber lösbar!

Fazit: Da ich mich in den letzten Monaten doch relativ schnell vom Jogger zum Läufer entwickelt habe, muß nun auch das dazugehörige Material optimiert werden. Und mit Material meine ich nicht nur meine Laufschuhe, sondern auch meinen Körper. Ich denke, die Message ist klar: „Einfach nur laufen kann jeder. Willst Du mehr – musst Du auch mehr tun!“. Möchte ich das Laufen in dieser Form weiter betreiben, will auch das „Drumherum“ eindeutig verbessert werden. Konkret heißt das, wie oben schon dargestellt, viel mehr im Bereich des unterstützenden Krafttrainings zu arbeiten, die Laufbewegung mittels Lauf-ABC optimieren und sich etwas intensiver mit dem Thema „Welcher Laufschuh passt zu mir?“ beschäftigen. Meine Fußschmerzen links resultieren ganz klar aus der starken Supination des linken Fußes. Zum einen heißt es auch hier, mittels entsprechender Kräftigung der Hüft- und Gesäßmuskulatur mehr Stabilität in die Laufbewegung zu bringen, zum anderen ist auch dringend der Laufschuhtyp zu wechseln. Außerdem bekomme ich kurzfristig ein neues Paar Schuheinlagen, welches die Abroll-/Abdruckbewegung des Fußes optimieren soll.

Ich habe jetzt noch vier Wochen bis zum meinem zweiten Halbmarathon. Danach ist meine diesjährige „Laufsaison“ beendet. In diesen vier Wochen wird sich nicht mehr allzu viel in v.g. Hinsicht bewegen lassen. Ich möchte jetzt auch nicht zu viel an Veränderungen provozieren, denn oftmals gehen derartige Umlenkprozesse nicht ganz ohne spürbare Zeichen vorüber. Dann tun Dir auf einmal Stellen weh, die vorher keine Probleme machten. Soll heißen – gut Ding will Weile haben. Also werde ich versuchen, die nächsten vier Wochen noch ordentlich zu trainieren und meine zwei noch anstehenden Wettkampfläufe sauber über die Bühne zu bringen. Vielleicht erlaubt das Familienbudget dem Papa ja noch kurzfristig ein paar neue Laufschuhe, mal schau’n. 😉 Vom guten alten Nimbus muß ich dann wohl Abschied nehmen und mich mehr in Richtung Mizuno und Saucony orientieren. Hätte ich’s schon etwas früher gewusst, wäre der erst vor kurzem gekaufte Nimbus 12 im Regal geblieben!

In den Wintermonaten werden ich dann beginnen, ganz gezielt die o.g. Maßnahmen umzusetzen und die genannten Schwachstellen zu bearbeiten, um dabei mehr und mehr einen regelmäßigen Rhythmus zu finden, welchen ich dann auch in direkten Wettkampfvorbereitungen unterbringen kann.

Alles in allem bin ich sehr froh, die Laufbandanalyse gemacht zu haben. Ich kann das nur jedem wärmstens empfehlen! Selbst wenn keine Probleme beim Laufen bestehen, sollte man allein schon, um diese auch weiterhin zum vermeiden, sich einmal einer solchen Analyse unterziehen. Wohlgemerkt sollte es sich dabei aber wirklich um eine fachgerechte medizinische Laufbandanalyse handeln, und nicht um die teilweise als Verkaufsshow angebotenen Analysen in diversen Laufschuhgeschäften! Sorry – ich will hier keinem Unrecht tun – aber hier ist nix passender als der Spruch: „Schuster bleib bei Deinem Leisten!“. 😉

Für alle, die es interessiert, hier der konkrete Ergebnisbericht meiner Laufbandanalyse als PDF-Datei. Vielleicht kann sich ja der eine oder andere auch für sich etwas daraus nehmen.

–>   Gesamtanalyse_für_Werner,_Mario_vom_2010-09-06

Na dann – auf zu neuen Ufern! Mögen die Höhepunkte der Vergangenheit die Tiefpunkte der Zukunft sein! 😉

Sportliche Grüße aus Köln, Euer Supermario!

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