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Laufbericht: Sparkasse KölnBonn Halbmarathon 2012

Mittlerweile zum dritten Mal in Folge für mich. Und immer konnte ich meine Zeit aus einem davor gelaufenen Halbmarathon respektive die Zeit aus dem letzten Jahr verbessern. Ewig wird das nicht so weiter gehen, aber noch habe ich Luft nach oben. So auch in diesem Jahr. Vor 3 Wochen konnte ich beim „Lauf rund um den Fühlinger See“ meine persönliche Bestleistung über die Halbmarathondistanz von 1:36:50h –aufgestellt im letzten Jahr beim Sparkasse KölnBonn Halbmarathon – auf 1:34:59h verbessern. Schon damals spürte ich allerdings, dass das noch nicht alles ist für dieses Jahr. Die letzten 3 Wochen seit dem waren trainingstechnisch gut gelaufen, ich war fit und gesund – also Attacke! Eine sub1:34h war realistisch, unter 1:33h zu bleiben, der geheime Wunsch. Die Taktik sah so aus, dass ich bis KM15 eine stabile 4:25er Pace laufen wollte, um im Anschluss, wenn es wieder auf die „Kölner Ringe“ retour zum Rudolfplatz geht, auf die Tube zu drücken. Kurz vor dem Ziel geht es ja noch einmal über die Deutzer Brücke, welche man, bevor man es ins Ziel rollen lassen kann, erst einmal „erklimmen“ muss. Auch wenn der Anstieg nicht wirklich steil ist, so reicht es doch nach gut 20km, um einem den allerletzten Saft aus den Beinen zu pressen. Hier ist schon so manche neue Bestzeit im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke geblieben.

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Pünktlich 8:30 Uhr fällt der Startschuss. Ich stehe im „Roten Block“ ca. 20 Reihen hinter der „First Class“. Der Start verläuft gut, aber man muss schon aufpassen, wo man hinläuft, denn einige Läufer/innen haben sich wohl doch wieder irgendwie in den Spitzenblock gemogelt. Wer hier nicht mindestens mit einer 4:30min/km auf dem Tacho losrennt, dient unweigerlich als Hindernis! Es geht direkt hinauf auf die Deutzer Brücke, welche man kurz nach dem Start zum ersten Mal überquert. Und schon naht auch KM-Schild 1. Doch mein Forerunner piept bereits etwas früher für den ersten Kilometer. Oje – ich ahne schon wieder, was das heißt! Die Pace auf der Uhr ist eigentlich für die Katz. So erging es mir auch im letzten Jahr hier an gleicher Stelle, als die KM-Splits auf der Uhr mit den tatsächlichen KM-Abschnitten an der Strecke überhaupt nicht übereinstimmten. Okay – es hilft nix –ich muß ein wenig schneller laufen.

KM5 wollte ich bei 22:00min passieren. Der Forerunner zeigt mir die 5KM-Marke bei 21:46min an, am KM5-Schild laufe ich allerdings erst bei 22:2….min vorbei. Mist! Laut Forerunner laufe ich mit einer 4:22er Pace. Dazu passt aber das KM5-Schild absolut nicht. Egal –weiter! Die Beine fühlen sich heute allerdings nicht ganz hundertprozentig frisch an. Es fehlt so ein wenig die „Leichtfüßigkeit“, die man bei einem optimalen Lauf immer noch hat. Aber wie heißt es im Fußball immer so schön: „Über den Kampf zum Sieg gefunden!“.

KM10 geht laut Uhr mit 43:59min durch. Das passt laut meiner eigenen Vorgabe. Hier wollte ich bei 44:00min sein. Punktlandung! Nur fehlt mir das KM10-Schild! Das erscheint erst gute 200m später! Derartige Abweichungen habe ich sonst auf keiner Wettkampfstrecke. Und auch meine Trainingsstrecken gehe ich immer mal wieder via Internet-GPS (www.gpsies.com) durch. Auch da stimmen die Angaben bis auf geringfügigste Abweichungen überein. Gut – es gibt natürlich in Köln viele engere Häuserschluchten, wo das GPS-Signal schon mal nicht so optimal ankommt, aber gleich so viel? Noch dazu, wo ich versuche, so weit wie möglich auf der blauen Ideallinie zu laufen. Aber was hilft das jetzt? Nichts! Weiter!

Der Durchlauf bei KM15 ist für 1:06h geplant. Laut Uhr liege ich sogar noch darunter. Aber das KM15-Schild …. the same procedure! Doch nun ist’s eh’ Wurscht! Die Strecke führt nun am Mediapark vorbei zurück auf „die Ringe“. Nun heißt es alles oder nichts! Gas geben!

Der Rudolfplatz naht zum zweiten Mal! Hier toben die Massen! Eine Riesenstimmung! Am Neumarkt vorbei, links abbiegen in die Hohe Straße, weiter in Richtung Dom, über die Domplatte, kurzer Schwenk nach rechts über die Spendenmatte – 3 Euro für den guten Zweck sind Pflicht! -, scharf links ab und dann gleich wieder rechts in Richtung Gürzenich, links runter und über den Heumarkt und dann noch einmal beißen – die Deutzer Brücke – zum zweiten Mal. Ich schaue auf die Uhr –irgendetwas mit 1:27 kann ich erkennen. Noch gut 1 Kilometer laut Uhr, doch darauf kann ich heute nix geben. Das wird eng mit meinem geheimen Wunsch! Der Brückenanstieg saugt an der Pace! Dann ist es geschafft – oben. Ab jetzt nur noch rollen lassen. Alles, was noch geht!

Der Forerunner piept für die 21km, doch ich weiß, dass es bis zum Ziel nicht nur noch 100m sind. Da ist noch ein ganzes Stückchen mehr zu laufen. Ich renne, und renne, und renne …. Blick auf Uhr – 1:33 – Shit! Ich sehe das Ziel – noch gut 200m. Ich laufe wie in Trance. Tunnelblick. Dann endlich die Zielmatten – Forerunner abdrücken – 1:33:39h – Ende! Ein paar Schritte noch auslaufen, gehen, durchatmen. Neue persönliche Bestzeit! Schön – aber so richtig freuen kann ich mich nicht. Es war ein guter Lauf, aber am Ende hatte ich mir doch ein klitzekleines bisschen mehr ausgerechnet –da bin ich ganz ehrlich. Leider hat mich dieses GPS-Geeier irgendwie zu sehr aus dem Konzept gebracht. Aber gut – Bestzeit noch mal um über 1 Minute gedrückt, damit sollte ich zufrieden sein. Man kann nicht immer nur nach den Sternen greifen!

Der Rest ist wieder reine Routine. Viel Zeit bleibt mir nach dem Lauf nicht, da zu Hause Frau und Sohn auf das Auto warten, um ins Kino nach Leverkusen zu düsen. „Madagaskar 3“! Somit sind Papa und das Töchterchen gleich allein zu Haus. Ich hole mir also schnell noch meine Finisher-Medaille ab, laufe mich ein paar hundert Meter aus, greife mir anschließend im Vorbeigehen in alkoholfreies Reissdorf-Kölsch und begebe mich zurück zum „Staatenhaus“, wo mein Kleiderbeutel wartet. Schnell umziehen, alles in die Tasche rein und ab zur Bahn. Drei Stationen und wieder raus, zum Auto gehen und ab nach Hause. Restsonntagprogramm!

Fazit – es war gut, hätte aber vielleicht noch einen Zacken besser sein können. Doch „Wenn & Aber“ zählen am Ende nicht. Eins steht jedoch fest – sollte ich im nächsten Jahr wieder den Halben hier laufen, wird die „Auto-Runde“ abgeschaltet und die Pace nur noch alle 5km per Hand gestoppt. Ansonsten bin ich nach wie vor kein Freund von diesen Großveranstaltungen. Gut – die Stimmung an der Strecke ist natürlich schon berauschend, aber es ist doch auch alles sehr hektisch, eng und überfüllt. Da freue ich mich schon auf die fast familiäre Atmosphäre bei den beiden letzten für mich noch anstehenden Wettkämpfen in diesem Jahr – dem Refrather Herbstlauf über 10km am kommenden Sonntag und dem 10km-Kölner-Friedenslauf, eine Woche später. Bei letzterem möchte unser Sohnemann sein Läuferdebüt geben! 400m-Bambinilauf! Finde ich natürlich Klasse! Ich hoffe, er kneift nicht vorher!

Insofern heißt es gesund bleiben, die Spannung hoch halten und das Söhnchen weiter motivieren.

Run on!