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Vom Winde verweht ….

…. – im wahrsten Sinne des Wortes – wurde am gestrigen Sonntag eine richtig gute Zeit oder vielleicht sogar eine neue persönliche Bestzeit für mich beim 10km-GAG-Lauf in Köln-Mülheim.

Schon auf dem Hinweg, welcher der spätere zweite Streckenabschnitt der 10km-Strecke war, stellte ich fest, dass es hier heute ein ordentlicher Kraftakt werden würde. Eine steife Prise wehte vom Rhein herauf auf den Fußweg entlang des Rheinufers von Köln-Stammheim in Richtung Köln-Mülheim. Da unser Wohnhaus quasi direkt an der Laufstrecke steht und es von da aus nur gute 3 Kilometer bis zum Start-/Zielbereich des Laufes sind, nutzte ich diese Strecke am gestrigen Sonntagmorgen, um mich direkt für den Wettkampf einzulaufen. Meine Nachmeldung für die 10km-Distanz hatte ich bereits am Samstagnachmittag erledigt, so dass ich mich schon in kompletter Laufkleidung und mit Startnummer am Shirt sowie Time-Chip am Fußgelenk auf den Weg machte. Die gesamte Laufstrecke ist mir aus unzähligen Trainingsläufen und Spaziergängen mit unseren Kids mittlerweile bestens bekannt und somit wollte ich unbedingt auch in diesem Jahr am Lauf teilnehmen.

Start sollte auf der Mülheimer Brücke sein. Dort angekommen, gebe ich schnell noch meine Laufjacke an einem Getränkestand im Zielbereich ab und absolviere noch ein paar kurze Steigerungsläufe. Dann wird auch schon zur Startaufstellung aufgerufen. Das recht überschaubare Läuferfeld setzt sich mit dem pünktlichen Startschuss um 9:40 Uhr in Bewegung. Ich starte aus der zweiten Reihe.

Doch was ist das!? Bereits nach ca. 200 Metern laufe ich schon wieder allein! Der Trupp der ganz Schnellen besteht lediglich aus gut 6 oder 7 Läufern, welche sich natürlich schon direkt ein ganzes Stück abgesetzt haben. Ich schaue auf die Uhr und sehe eine Pace von 3:35min/km. Okay – es geht zu Beginn des Laufes für gut 500 Meter leicht bergab, so dass man gleich ziemlich zügig unterwegs war. Aber dass ich mich sofort unter den „Top Ten“ befinde, hätte ich nicht gedacht. Nun gut – was soll’s – dann eben heute mal so.

Am Ende der anfänglichen Bergabpassage schiebt sich dann doch noch ein junger Läufer an mir vorbei und setzt sich vor mich. Gut so – dann können wir ja zusammen laufen, denke ich. Doch kurz vor KM1 fällt seine Geschwindigkeit schon wieder ziemlich ab und mir wird das zu langsam. Ich fühle mich gut und die Beine rollen. Also vorbei und doch wieder allein weiter. Nach einer langen Geraden geht es nun an den ersten nennenswerten Anstieg. Hier werde ich wieder überholt. Diesmal ist es aber ein anderer Läufer, der scheinbar schon jetzt von hinten konsequent das Feld aufrollt. Ich bin zu dem Zeitpunkt mit einem 4:10er-Schnitt unterwegs. Ich überlege kurz, ob versuchen sollte, an ihm dran zu bleiben, aber noch sind mehr als 7 Kilometer zu laufen und ich habe ja auch noch den windigen zweiten Streckenabschnitt im Hinterkopf. Da wird’s noch einige Körner brauchen. Also lass ich ihn ziehen und konzentriere mich auf mich.

Es läuft weiterhin gut. Bei KM4 kann ich einen zurückgefallenen „Schnellstarter“ einsammeln. Ich ziehe vorbei und laufe nach wie vor allein. Kurz vor KM5 dann mein erstes ganz persönliches Highlight. Frau, Sohn und Tochter stehen an der Strecke und feuern den Papa kräftig an. Die Strecke verläuft jetzt mittlerweile schon durch Köln-Stammheim und meine drei haben sich frühzeitig aufgemacht, um mich nicht zu verpassen. Da freut man(n) sich doch! Bei KM5 entdecke ich dann auch noch unseren Nachbar. Selbst auch aktiver Läufer, jedoch heute mal mit seiner Kamera bewaffnet, macht er ein paar Schnappschüsse von mir. Via Facebook wusste er von meiner Laufteilnahme. Danke Dirk!

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KM5 passiere ich knapp unter 21 Minuten. Bis hierhin alles prima! Wenn ich jetzt das Tempo halten könnte und noch einen guten Zielspurt hinbekäme …. ja dann …. ! ABER leider kommt es anders! Es geht durch die Stammheimer Hofstraße, danach scharf links ab und hinunter zum Rheinufer. Jetzt befinde ich mich wieder dort, wo ich mich vor kurzer Zeit noch eingelaufen habe. Und wie ich es erwarten habe, bläst der Wind nach wie vor ziemlich stark in Gegenrichtung. Mist! Dazu geht es nun für die nächsten gut 2 Kilometer leicht bergan. Bei Windstille oder gar Rückenwind kaum spürbar, aber wenn der Wind von vorn kommt, umso erschwerender. Ich kenne speziell diesen Streckenabschnitt in- und auswendig. Hier ist quasi meine fast tägliche Trainingstrecke. Direkt oberhalb des Rheinuferweges befindet sich unser Wohnhaus. Und meist starte und beende ich hier meine abendlichen Laufrunden. Nun gut – aber das hilft mir jetzt alles auch nicht wirklich weiter. Blöd ist einfach nur, dass es mal wieder kein Läuferfeld oder wenigstens ein kleines Grüppchen gibt, wo man sich im Windschatten mit treiben lassen könnte. Etwa 100 Meter hinter mir habe ich zwar eine Vierergruppe entdeckt, aber auf die möchte ich ja ungern warten. Also weiter!

Die Pace fällt nun auf über 4:30min/km! Ein Gefühl als würde man gegen eine schwere Wand laufen. Die Beine brennen! Zu dem Zeitpunkt ein reiner „Kopflauf“. Leider werde ich 22:51min für die zweiten 5 Kilometer brauchen! Hin und wieder mal ein aufmunternder Applaus von Spaziergängern oder Streckenposten, ansonsten komme ich mir vor, wie bei einem schnellen Trainingslauf. Aber bei KM6 steht noch einmal Dirk mit seiner Kamera und macht wieder ein paar Aufnahmen von mir. Ganz große Klasse! Vielen Dank!

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Und kurz darauf erblicke ich noch einmal meine Familie am Streckenrand. Sie sind schnell durch die Stammheimer Gassen gelaufen, um dem Papa noch einmal Unterstützung zu geben. Das nenne ich doch „Familienpower“! Super! Ein dicker Dank an Euch drei!

Bis KM8 zieht es sich zäh dahin. Nun befinde ich mich wieder in Köln-Mülheim. Hier geht es im zweimaligen Zick-Zack-Kurs ganz hinunter zur Rheinufermauer. Nicht gerade sehr motivierend zu diesem Zeitpunkt, da man immer wieder abbremsen und beschleunigen muss. Dann folgt noch einmal eine lange und windige Gerade, bevor es bei KM9 wieder um eine 180°-Wendemarkierung geht. Jetzt noch 1000 Meter.

Endlich führt die Strecke wieder durch Häuserschluchten und schlagartig ist auch der Wind weg. Herrlich! Letzte Kräfte mobilisieren! Noch einmal zwei 90°-Abbiegungen. Ich schaue kurz zurück. Der Verfolgertrupp liegt noch immer gute 100 Meter zurück. Die können mir heute nix mehr. Da kommt die Zielgerade in Richtung Wiener Platz in Köln-Mülheim. Auch hier kenne ich mich läuferisch ebenfalls bestens aus. Die letzten Meter und dann ist es geschafft! Zielmatte! 43:49min zeigt die Uhr. Zwar weit weg von einer neuen Bestzeit, aber für die heutigen Verhältnisse absolut in Ordnung. Zu dem glaube ich, dass ich sogar unter den „Top Ten“ im Gesamtklassement geblieben bin. Und in der AK-Platzierung sollte es somit auch ganz gut ausschauen.

Ich hole meine Laufjacke wieder bei den freundlichen Helfern am Getränkestand ab, trinke zwei Becher Wasser und unterhalte mich kurz mit den anderen bereits eingetroffenen Läufern. Alle „beschweren“ sich über den fiesen Gegenwind auf der Rheinuferstrecke. Aber gut – gleiche Bedingungen für alle. Dann mache ich mich wieder auf, um nach Hause zu laufen. 3 Kilometer lockeres Auslaufen. Hierzu kann ich wieder die eigentliche Laufstrecke nutzen und sehe so auch noch die Spitzenläufer des 10:00 Uhr gestarteten GAG-Halbmarathons, welcher später mit knappem Streckenrekord gefinisht wird.

Kurz nach 11:00 Uhr bin ich wieder zu Hause. Und prompt fängt es an zu regnen! Puh – Glück gehabt, aber umso blöder für die Teilnehmer/innen am Halbmarathon, welche neben dem starken Wind nun auch noch im Regen laufen müssen.

Zu Hause bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen. Duschen, Essen und schon hat der Alltag mich wieder. Am Nachmittag steht der Kindergeburtstag für unseren Sohnemann an. 9 Kinder sind eingeladen! Macht mit unseren eigenen zweien 11! Und es regnet, so dass wir kurzfristig umswitchen müssen und die geplante „Outdoor-Kindergeburtstags-Olympiade“ in eine „Wir-bleiben-leider-alle-drinnen-Variante“ umwandeln. Aber Spaß hatten wir alle trotzdem jede Menge! Und das ist doch die Hauptsache!

Kurz noch das offizielle Laufergebnis: Platz 7 Gesamt und Platz 3 (15) in der AK M40. Auch, wenn der 10km-Lauf mit Sicherheit nicht topbesetzt war, bin ich trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis. Schade nur, dass aufgrund des Gegenwindes im zweiten Streckenteil die Zeit etwas „gelitten“ hat. Aber das kann man sich halt nicht aussuchen.

Ansonsten war die gesamte Laufveranstaltung gut organisiert, wobei man bei den zwei Hauptakteuren MTV Köln 1850 und der GAG GmbH auch nichts anderes erwartet hatte. Insofern bin ich auch gern im nächsten Jahr wieder mit dabei.

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