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Am Bickendorfer Büdche ….

…. – ein bekanntes Kölsches Lied – gesungen von den Bläck Fööss – besagt schon:

„ Am Bickendorfer Büdche,
do käuf dä Jupp sing Brütche
beim Lisbeth en enem Tütche,
dat hät e lecker Schnütche.
Un ovends dann am Büdche
verzällt hä unsem Tütche
däm Lisbeth met däm Schnütche,
wie schön ihr Brütche wör. „

Büdche, Brütche, Tütche, Schnütche – alles prima in Bickendorf. Also wird’s wohl mit dem Laufen auch so sein. Und deshalb habe ich mich dann doch kurzfristig anders entschieden als ursprünglich geplant, und bin am vergangenen Sonntag statt zum „Burscheider Stadtlauf“ nach Köln-Bickendorf zum „6. Bickendorfer Büdchenlauf“ gefahren.

10 Kilometer standen auf dem Programm. Diese läuft man in Bickendorf auf einem 2,5km-Rundkurs, welcher somit 4 Mal zu umrunden ist und fast ausschließlich durch schöne kleine Gassen und Straßen führt, gesäumt von unzähligen begeisterten und begeisternden Anwohnern und Angereisten, die die Läuferinnen und Läufer unentwegt frenetisch anfeuern. Ich hatte mich im Vorfeld ein wenig im Internet über den Lauf informiert und wusste, hier geht die Post so richtig ab. Zum einen bietet die flache Strecke eine gute Basis für neue Bestzeiten, zum anderen wird man durch die Anfeuerung der Zuschauer quasi über die 4 Runden getragen.

Angesetzt war der 10km-Hauptlauf für 12.30 Uhr – somit blieb am Sonntagmorgen genug Zeit, um etwas länger zu schlafen, ausgiebig mit der Familie zu frühstücken und sich in Ruhe auf den Lauf vorzubereiten. Und so treffe ich kurz nach 11 Uhr in Bickendorf an der Venloer Straße ein. Ein Parkplatz ist schnell gefunden. Anmelden muss ich mich auch nicht mehr, da ich dies bereits am Samstag erledigt hatte. Also gehe ich erstmal rüber in den Start-/Zielbereich und schaue mich ein wenig um. Hier ist schon eine Menge los! Die Bambini- und Schülerläufe sind gerade vorbei und jede Menge stolze Kinder und Eltern tummeln sich auf den Straßen. Gleich startet auch der 5km-Lauf. Diesen schaue ich mir doch mal an. Nach gut 8 Minuten kommen die Spitzenläufer auch schon zum ersten Mal auf die Zielgerade gebogen. Als Zuschauer sieht so ein Schnitt um die 3:30min/km ja irgendwie noch recht locker aus, aber jeder Läufer weiß, was einem diese Geschwindigkeit und noch dazu über mehrere Kilometer abverlangt. Aber nun muss ich mich selbst mal so langsam fertig machen. Also wieder rüber zum Auto, umziehen und ab zum Aufwärmen.

Kurz vor 12:30 Uhr begebe ich mich in den Startbereich. Das Feld ist noch recht aufgelockert. Ich postiere mich so in Reihe 5. VICSYSTEM gibt mir für heute eine 42:20min mit einer 4:14er-Durchschnittspace vor. Das würde neue persönliche Bestzeit bedeuten, mit 19 Sekunden Verbesserung. Ich fühle mich gut und denke, das könnte heute klappen. Also von Anfang an konzentriert Gas geben!

Dann ist es soweit – der Startschuss fällt, abgefeuert durch Kölns Bürgermeister a.D. Fritz Schramma. Ich komme gut vom Start weg. Nach ein paar Metern geht es direkt rechts ab in die erste kleinere Straße. Hier „steppt schon der Bär“! Jede Menge Kinder und Eltern, die uns anfeuern. Super! Die Strecke führt weiter durch viele kleine Gassen und einen Park. Stimmung total! Ich laufe so um die 4:10min/km – alles prima. Die Beine fühlen sich gut an. Kurz darauf biege ich schon wieder auf die Zielgerade ein – Runde 1 ist gleich erledigt. Auch hier wird man von jeder Menge Schaulustigen lautstark unterstützt. Das hat schon fast was vom Köln-Marathon!

Runde 2 verläuft auch ohne Schwierigkeiten. Die 5KM passiere ich bei 20:47min. Bestzeitkurs! In Runde 3 beginnen für mich die ersten Überrundungen. Leider gibt es hier immer wieder Läuferinnen und Läufer, die nicht verstanden haben, wie man sich beim Überrunden verhält! Man läuft RECHTS, damit LINKS die/der Schnellere möglichst ungehindert vorbei kann! Stattdessen laufen viele schön in breiter Reihe nebeneinander und halten das eine oder andere Schwätzchen. Anfangs rufe ich noch höflich „Vorsicht bitte!“. Doch mit zunehmender Zeit geht es mir echt auf den Nerv und ich kann mich nur noch zu einem energischen „WEG!“ aufraffen. Jeder soll ja so schnell laufen, wie er mag/kann – aber wenn andere schneller laufen, sollte man so fair sein und Platz machen!

Nun setze ich zur letzten Runde an. Runde 3 war etwas langsamer, aber noch bin ich auf Kurs. Doch jetzt wird es allmählich hart. Ich kann die Pace nicht ganz halten. Immer wieder schiele ich auf den Forerunner. Bei KM9 bin ich mir aber wieder sicher – heute wird neue persönliche Bestzeit gelaufen! Noch einmal aufraffen, alles geben. Man muss nun permanent Slalom laufen, da die Überrundungssituation nicht besser geworden ist. Ich rufe aber nicht mehr – ich renne einfach vorbei! Remple teilweise sogar an. Sorry – aber ich will jetzt nichts mehr verschenken! Einbiegen auf die Zielgerade auf der Venloer Straße. Jetzt noch mal Vollgas! Die letzten Meter – Zielmatte – Forerunner drücken – 42:03min! Jawoll! Alte Bestzeit um über 30 Sekunden verbessert! Ist das geil!

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Ich gehe ein paar Schritte, nehme mir einen Becher Wasser und genieße den Moment! Schöner Lauf! Hat gut gepasst! Gern wäre ich natürlich auch noch unter der 42er-Marke geblieben, aber gut – für heute kann ich mehr als zufrieden sein.

Der Rest verläuft wie immer – zurück zum Auto, trockene Sachen an, Auslaufen und ab nach Hause. Duschen, Essen und dann mit der Familie zu einer Geburtstagsfeier. Restsonntagsprogramm! 😉

Später checke ich dann noch im Internet die Laufwertung. Meine offizielle Nettozeit beträgt 42:02min. Damit belege ich Platz 27 in der Gesamtwertung der Männer und Platz 10 in der AK M40. Eine Wertung im PSD Bank Köln Laufcup gibt es heute nicht, da der Lauf nicht Bestandteil der Laufserie ist.

Abschließend kann ich sagen, dass der Lauf unheimlich viel Spaß gemacht hat. Solch eine Stimmung am Streckenrand und vor allem auch im Start-/Zielbereich kenne ich sonst nur vom Köln-Marathon. Insofern wird der „Bickendorfer Büdchenlauf“ zukünftig einen festen Platz in meinem Laufkalender erhalten.