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Laufbericht: Der Kampf gegen die Uhr ….

schien gestern beim 23. Lauf „Rund um den Fühlinger See“ für mich völlig verloren. Nach 21,1km laufe ich mit 1:40:07h durchs Ziel und verstehe die Welt nicht mehr. Eigentlich wollte ich unter 1:38h bleiben. Okay – dass mir dies gestern noch nicht gelingt, habe ich bereits gute 500 Meter vor dem Ziel auf meinem Forerunner ablesen können. Aber für eine Zeit unter 1:39h sollte es allemal noch reichen. Doch fangen wir am Anfang an ….

Gegen 9.30 Uhr treffe ich am Fühlinger See ein. Mein erster Gedanke – boah, hier hat sich aber einiges verändert, seit meinem letzten Badeausflug. Sehr zum Positiven, muss man dazu sagen. Klasse! Parkplätze sind für alle Laufteilnehmer/innen ausreichend vorhanden. So kann auch ich nur ca. 100 Meter vom offiziellen Veranstaltungsgebäude parken. Zuerst mal die Startnummer abholen. Auch dies klappt völlig reibungslos. Direkt daneben sind schon Kuchen, Obst, Kaffee, etc. serviert. Man merkt sofort, hier sind erfahrene Veranstalter (LLG Nordpark Köln 80 e.V.) am Werk. Alles prima!

Danach begebe ich mich in eine der Umkleidekabinen. Umziehen, Startnummer anbringen, noch einmal zur Toilette und los geht’s. Der Start ist ca. 250 Meter entfernt und gut zu erreichen. Also mache ich mich dorthin auf und laufe mich locker ein. Das Wetter ist mittlerweile mit 15°C und ganz leichtem Nieselregen durchaus lauffreundlich. Allmählich formt sich das Teilnehmerfeld hinter der Startlinie zu einer Formation und auch ich reihe mich nun ein. Irgendwo aus Reihe 6 oder 7 soll es für mich gleich losgehen.

Auf dem Plan habe ich eine Zeit unter 1 Stunde und 38 Minuten. Die Taktik sieht so aus, dass ich bis KM 15 einen 4:40er-Schnitt laufen möchte, um dann auf den verbleibenden 6,1 Kilometern noch ein bisschen Dampf zu machen. Na dann schauen wir mal ….

Start! Es geht nach ein paar Metern direkt einen kleinen Berg hinunter. Das Tempo liegt so um die 4:30min/km. Der Boden ist vom morgendlichen Regen noch relativ feucht und glitschig. Also aufpassen! Jeder gibt sich Mühe diese Passage ohne Zwischenfälle zu meistern. Alles geht gut. Ich schaue auf die Uhr – 4:15min/km. Bremsen! Jetzt bloß nicht wieder direkt überpacen! Also lasse ich mich ein wenig zurückfallen. Ich finde einen kleineren Trupp, der meiner Tempovorgabe entspricht. Ranhängen! Generell scheint es heute klug zu sein, sich immer ein bis zwei Vorderleute zu suchen, da es teilweise doch sehr windig auf der freien Strecke entlang der Regattabahn ist.

Bis KM5 läuft alles nach Plan. Hier sollte ich mindestens mit 23:20min durch sein. Das klappt und es sind noch ein paar Sekunden Luft drin. Doch dann wird mein „Lauftreff“ irgendwie immer langsamer. 4:50, 4:55 …. – was ist los? In ca. 50 Meter Entfernung sehe ich die nächste Laufgruppe. Ich kann einige Vereinstrikots darunter ausmachen, sieht also nach geballter Lauferfahrung aus. Sehr gut! Ich ziehe das Tempo an und laufe auf. Hier geht’s nun relativ konstant mit 4:35 – 4:40 vorwärts. Das passt.

Bei KM9 laufen wir das erste Mal durchs Ziel. Die erste große Runde ist geschafft. Doch was ist das! Neben der Zielmatte steht eine große digitale Uhr. Ist das die offizielle Laufzeit? Das kann doch nicht sein. Die dort anzeigte Zeit liegt über eine Minute über meiner Zeit auf dem Forerunner! Hääää – wie geht das denn jetzt bitte? Ich habe einen 4:39er-Schitt auf dem Tacho und meine eingestellte „Auto-Runde“ von 1km piepst auch immer brav in etwa der offiziellen KM-Markierungen. Wie kann denn dann bitte diese Zeitdifferenz entstehen?

Nun gut – sei’s drum – ich laufe erstmal weiter. Bei KM12 zerfällt meine Laufgruppe erneut. Am dort eingerichteten Verpflegungsstand fangen einige an zu gehen. Ich nehme nix an Verpflegung auf und laufe weiter. Vorerst allein. Mist! Allein gegen den Wind – das zehrt an den Kräften. Doch dann gesellt sich eine Läuferin des SUS Schalke 96 zu mir. Sie überholt und ich bleibe dran. Auch wenn sie kleiner und schmaler ist als ich – besser als nix. 😉

Bei KM15 dann erneuter Zieldurchlauf. Ich schaue sofort auf die dortige Uhr und vergleiche mit meinem Forerunner. Mittlerweile ist die Differenz noch größer! Schon über eineinhalb Minuten! Das kann doch nicht wahr sein! Welche Zeit zeigt diese blöde Uhr denn bitte an? Mein Schnitt liegt immer noch knapp unter 4:40min/km – also voll im Plan. Aber gut – was soll man machen? Weiter geht’s!

Ich versuche nun – wie geplant – das Tempo anzuziehen. Aber es ist schwieriger als ich dachte. Ich schaffe es nicht wirklich, wesentlich schneller zu laufen. Also vorerst mal so weiter und ab KM19 letzte Mobilisation. Noch ist die sub1:38h drin. Mittlerweile laufe ich wieder allein. Meine Schalkerin habe ich kurz vor KM15 an einem kleinen Anstieg überholt.

Kilometer 16, 17, 18 und 19 gestalten sich hart. Ich überhole und werde überholt. Jeder kämpft nun um Sekunden! Ich halte zwar das Tempo, kann aber auch nicht wirklich mehr was zusetzen. Ich schaue auf die Uhr und weiß sofort, dass eine Zeit unter 1:38h immer unrealistischer wird. ‚Komm schon Mensch – reiß Dich zusammen! Diese letzten 2,1km noch!’

Jetzt zieht es sich! Der Geist ist noch willig, aber die Beine brennen. Ich passiere KM20. Weiter, weiter, weiter …. . Ich schaue auf die Uhr – sub1:38 hat sich gerade erledigt. Egal – hilft jetzt nix – dann wenigstens unter 1:39h bleiben. Da überholt mich „Frau Schalke“ wieder! Boah – sie hat auch noch einmal alles mobil gemacht! Beeindruckend! Jetzt sehe ich das Ziel. Mein Blick fliegt zu dieser saublöden Uhr. NEIN! 1:40:…. ! Das kann doch nicht sein. Ich laufe bei 1:40:07h über die Zielmatte. Vor lauter Enttäuschung vergesse ich sogar noch meinen Forerunner abzudrücken. Wat’n blöder Mist!

Direkt nach dem Ziel treffe ich auf Kai Engelhardt von den „Laufmonstern“. Er ist heute mal als Fotograf unterwegs. Wir wechseln kurz paar Sätze und dann ziehe ich weiter. Zwei Becher ISO-Drink und ab zur Umkleide. Ich bin enttäuscht. Gut – die sub1:38h waren heute nicht drin – aber 1:40:07h ist dann doch etwas weit weg. Naja – aber was will man machen. Also ziehe ich mir trockene Sachen an und gehe noch mal raus, um ein paar Runden auszulaufen. Danach Tasche geschnappt und ab zum Auto und nach Hause.

Der Restsonntag wird mit Frau und Kindern verbracht. Ich bin zwar hundemüde, aber das zählt bei unseren zwei „Schweinchen“ nicht. Papa spielen! Deine Schuld, wenn Du morgens schon um den See rennst! 😉 Doch immer wieder grübele ich darüber nach, wie diese Zeitdifferenz zu erklären ist. Ich komme einfach zu keinem logischen Ergebnis.

Am Abend zaubert meine Frau dann ein wunderbares Essen. Herrlich! Kinder ins Bett und ab aufs Sofa. Endlich Erholung! Und was macht man(n) dann. Na klar – man(n) geht sofort online und schaut, ob die offiziellen Laufergebnisse schon da sind. Und sie sind es. Hääää – aber was steht denn da hinter meinem Namen? Netto 1:38:47h. Also doch! Verflixte sch**ßblöde Uhr da an der Zielmatte! Hat mir den ganzen Restsonntag versaut! Was sollte diese unsinnige Zeit? Na also – doch noch eine Zeit unter 1:39h. Jawoll! Geil! Damit kann ich doch für heute leben! Im Gesamtklassement bin ich mit meiner Zeit auf Platz 99 von 343 gelaufen. In meiner AK35 reichte es für einen 17. Platz von 53.

Verstanden habe ich das Ganze allerdings bis jetzt immer noch nicht. Vielleicht gibt es ja noch eine offizielle Erklärung des Veranstalters. In jedem Fall bin ich doch zufrieden mit der gestrigen Leistung. Meine alte Bestzeit aus dem letzten Jahr konnte ich von 1:46:10h somit um über 7 Minuten verbessern. Mein eigentliches maximales Saisonziel mit einer Zeit unter 1:40h ist auch erfüllt. Also – alles richtig gemacht.

Trotzdem reizt die 1:38h zur Unterbietung. Wenn ich die letzten Kilometer noch etwas zulegen kann, ist das zu schaffen. Ein Anlauf bleibt noch. Quasi das diesjährige Finale! 02.10.2011 in Köln – Sparkasse KölnBonn Halbmarathon. Mal schauen, was da noch mal geht …. 😉

Ergebnisse 23. Lauf „Rund um den Fühlinger See“

23. Lauf „Rund um den Fühlinger See“