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Mein erster 10er ist im Sack!

Mein erster offizieller 10km-Lauf und somit auch mein erster Vorbereitungslauf für den Sparkasse KölnBonn Halbmarathon am 02.10. – beides kann seit vergangenem Sonntag abgehakt werden!

9.30 Uhr sollte es losgehen – 10km-Lauf bei „Die 10 Meilen von Köln“. Ursprünglich wollte ich die 10km-Distanz ja schon drei Tage zuvor beim diesjährigen Sportscheck-Lauf in der Kölner Altstadt absolvieren, aber da war ich mit der Voranmeldung zu spät dran. Deshalb der Umstieg auf den 10km-Lauf am Sonntag auf dem Sportgelände des ESV Gremberghoven. Im Nachhinein bin ich froh, dass alles so kam, denn es war eine rundum gelungene Veranstaltung!

Den Wecker hatte ich mir für 6.00 Uhr morgens gestellt. Nach gut 8 Stunden Schlaf kam ich gut und pünktlich aus den Federn. Kurzer Wetter-Check – bewölkt und um die 15°C – soweit okay. Also weiter im Plan. Morgentoilette, Frühstück, Tasche packen und von der Familie, die mittlerweile mit Frau und Sohn fast vollständig vertreten war, verabschieden. Dabei gab es noch eine kleine Überraschung! Meine Frau teilte mir nämlich mit, dass sie mit Sohnemann und Töchterchen, entgegen der eigentlichen Sonntagsplanung, doch an die Strecke kommen würde, um den Ehemann und Papa kräftig anzufeuern. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut!

Also setze ich mich mit diesem zusätzlichen Motivationsschub ins Auto und düse zu den „Poller Wiesen“. Ich war bereits schon am Vortag kurz dort, um mir ein Bild von der Strecke sowie den Parkmöglichkeiten zu machen. Ich hatte mir ausgerechnet, wenn ich gegen 8.00 Uhr dort bin, dürfte es parktechnisch keine Probleme geben. Und so war es dann auch. Ich konnte mein Auto quasi direkt am Veranstaltungsgebäude abstellen. Super! Tasche geschnappt und erstmal für den Start einchecken. Da ich schon online vorangemeldet hatte, ging das flott über die Bühne. Startnummer 316 war für mich reserviert.

Und da waren auch schon alle Formalitäten erledigt! 8.30 Uhr – noch eine Stunde Zeit – was nun? Ich fragte kurz nach Umkleidemöglichkeiten. Die gab es auch, aber eigentlich kann ich mich auch direkt am Auto umziehen, fiel mir dann ein. Also zurück zu selbigem und alles schön in Ruhe. Laufshirt an, Startnummer anbringen, lange Hose aus, Chipband ums Fußgelenk, Pumas an die Füße, noch ein Langarmshirt überziehen, Laufcap auf, 305er ans Hanggelenk und fertig.

8.45 Uhr – Zeit, um sich mal so langsam auf Betriebstemperatur zu bringen. Hierzu eignet sich das umliegende Gelände mit seiner langen Baumallee parallel zum Rhein hervorragend. Doch da treffe ich noch auf ein Gesicht, was ich zumindest auf vielen Fotos von diversen Laufevents schon oft gesehen habe. Wir schauen uns kurz an und dann sagt derjenige zu mir: „Ach – Du bist doch der Supermario! Ich kenne doch Dein Blog. Hallo ich bin der Kay von den Laufmonstern.“ Und in dem Moment fällt’s mir auch wieder ein. Klar – Kay Engelhardt von den Laufmonstern. In den lokalen Läuferkreisen ein bekannter Name und ein bekanntes Gesicht. Er startet auch über die 10 Kilometer. Wir wechseln schnell ein paar Worte. Man sieht sich ja wahrscheinlich eh’ gleich am Start wieder.

Dann ziehe ich ein paar Aufwärmbahnen und baue auch ein paar kurze Abschnitte im geplanten Renntempo mit ein. Alles fühlt sich gut an! Ich denke, das wird heute ein guter Lauf. Apropos Renntempo – das soll nach Möglichkeit knapp unter 4:30min/km liegen. Es ist ja nicht so, als hätte ich mir für diesen Lauf nix vorgenommen! 😉 Ein Vorbereitungslauf dient ja in erster Linie als Test und ich möchte heute testen, ob ich bereits eine Zeit von unter 45:00 Minuten auf 10 Kilometer hinbekomme. Die letzen Tempotrainings haben mich hierfür optimistisch gestimmt. Und in einem Läuferfeld läuft es sich sowieso meist leichter, als wenn man allein seine Trainingsrunden abspult. Die Zeit dieses Laufes soll zudem als neue Referenzzeit für meinen aktuellen Trainingsplan dienen, heißt, die weiteren Trainingstempos werden davon abhängen.

9:05 Uhr stehe ich wieder an meinem Auto. Langarmshirt aus, Cap ab und auf zum Start. Dieser liegt quasi direkt am Rheinufer. Geniale Kulisse! Dort zieht sich ein gepflasterter Weg entlang dem Rheinufer. Später wird die Strecke über ein paar gut ausgebaute Verbindungswege wieder hoch auf die Baumallee führen. Das Ziel liegt ebenfalls auf einem Verbindungsweg zwischen Baumallee und Rheinuferweg. Für die 10 Kilometer muß die Strecke zwei Mal umlaufen werden.

Am Start treffe ich „Monster Kay“ wieder sowie auch noch Manuel Kreuer, der auch zu den Laufmonstern gehört. Dessen Frau macht noch schnell zwei Fotos von uns dreien und dann wird sich auch schon zum Start aufgestellt.

Eine feste Startordnung gibt es bei diesen kleineren Volksläufen nicht. Ich platziere mich einfach mal irgendwo um Reihe 6 herum. Hoffentlich ist das nicht zu euphorisch, denke ich noch kurz, denn ich stehe schon ziemlich weit vorn, wo man wahrscheinlich mit einem Schnitt nahe der 3:30 loslaufen muß, um nicht direkt als „Stolperstein“ zu dienen. Aber hey – trau’ Dir was zu! Dann laufe ich eben die ersten paar hundert Meter unter 4:00. Klappt im Training doch auch. Und mittlerweile ist das Feld eh‘ so dicht zusammengerückt, dass ich nicht mehr raus kann – also Vollgas von Anfang an.

Die letzten Sekunden werden runtergezählt und „Pamm“, ab geht die Post! Forerunner drücken und es geht in der Tat richtig ab! Ich laufe einfach mit, was anderes bleibt mir auf den ersten 200 Metern gar nicht übrig. Ein geiles Gefühl! Du wirst regelrecht auf einer Welle aus Adrenalin und Endorphin dahingetragen! Wie in Trance! Dann schaue ich doch mal auf die Uhr – ein 3:45er-Schnitt. Puh – das ist zu heavy! Nicht zu viele Körner jetzt schon auf der Strecke lassen! Auch wenn es echt richtig Spaß macht, zusammen mit den anderen wie bekloppt über das Pflaster zu hetzen. Also zurück in die Realität! Kurzer Blick nach hinten und leicht die Bremse rein. Die ersten ca. 20 Läufer sind eh’ schon auf und davon. Nun kommt die 4er-Pace-Riege. Die lasse ich noch vorbei. Dann möchte ich aber auch wieder mitlaufen! 😉

Alles läuft fair und sauber ab. Ich mache mich klein und versuche keinen zu behindern. Da sind wir auch schon bei Kilometer 1, der sogar mit entsprechender Pace persönlich angesagt wird. Das ist Streckenservice! 4:14min/km wird verkündet. Ein paar Meter weiter piept auch mein 305er für den ersten Kilometer und zeigt eine 4:17er-Pace an. Trotz des schnellen Starts geht das voll in Ordnung. Ich fühle mich gut! Ich gebe mir eine Pace-Toleranz bis 4:25min/km. Mehr nicht, sonst wird mir das mit der sub45:00 zu unsicher.

Okay – wo kann ich mich eventuell dranhängen? Ich finde schnell eine kleinere Gruppe, die in etwa einen 4:20er-Schnitt läuft. Also mit dazu laufen und dabei bleiben. Bis Kilometer 3 geht es auch gut, doch dann werden wir irgendwie immer langsamer. 4:30, 4:34 – nee – so wird das nix. Also keine „Gruppendynamik“ mehr, sondern einen Gang höher schalten und allein weiter. Ich ziehe das Tempo wieder auf 4:20 und laufe nun allein. Vor mir in ca. 50 Meter Entfernung läuft der nächste kleinere Trupp. Den nehme ich mir als „Zugpferd“ und versuche nach und nach aufzulaufen.

Kilometer 4 fliegt vorbei. Alles im Lot! Nun kommen wir wieder auf die Baumallee. Hier müsste ja nun auch irgendwo meine Familie stehen. Kurze Ausschau nach ganz weit vorn und tatsächlich, da steht meine Frau mit unseren zwei „Schweinchen“. 😉 Also Papa – Haltung annehmen und betont dynamisch vorbeilaufen. Meine Frau soll ja nun endlich auch mal sehen, dass ich meine abendlichen Trainingsrunden nicht nur so zum Spaß runterreiße! Kurzer Gruß an meine drei und weiter geht’s zur 5km-Marke und gleichzeitig zum ersten Mal über die Zielmatte. Es geht hier kurz bergab und ich laufe mit einer 3:17 auf dem „Tacho“. Zwischenzeit knapp unter 22:00 Minuten. Hey – das sieht doch gut aus! Wenn ich das halten kann, sollte die 45er-Marke am Ende aber in jedem Fall geknackt sein.

Um die Ecke und es geht wieder am Rheinufer entlang. Kilometer 6 und 7 fallen. Meine Pace liegt noch immer im Soll. Ab Kilometer 8 möchte ich noch einmal bisschen Gas geben. Ich fühle mich nach wie vor gut und denke, da geht noch was. Mittlerweile kann ich einige Läufer/innen einsammeln, die wahrscheinlich doch etwas zu schnell angegangen sind. Jetzt bin ich froh darüber, am Anfang nicht der gleichen Versuchung erlegen gewesen zu sein. Ich zieh noch einmal an, laufe unter 4:15, versuche das zu halten. Kilometer 9 geht mit durchschnittlichen 4:22 zu Buche. Jetzt noch 1.000 Meter und fertig!

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