My completely private challenge!

Laufbericht: Ich habe mich verliebt!

Nein – keine Sorge – ich bin ein treuer Ehemann und weiß, an wessen Seite ich gehöre. Aber mein Läuferherz wurde am vergangenen Sonntag von einer neuen Laufstrecke quasi im Sturm erobert. Die Rede ist vom 26. Refrather Herbstlauf im Kölner Königsforst. Gestartet wurde neben dem Schülerlauf, in der 5km-, 10km- und Halbmarathondistanz.

Für mich stand der 10km-Lauf auf dem Plan – wieder ein Wertungslauf im PSD Bank Lauf Cup. Startzeit 10.50 Uhr. Endlich mal ein Sonntagslauf, bei dem man nicht schon so zeitig aufstehen muß, zumal ich über die A3 und A4 nur eine Anfahrt von gut 15 Minuten hatte. Vorher noch schnell ein kurzer Zwischenstopp bei meinen Schwiegereltern, um Frau und Kinder dort zum Frühstück „abzuliefern“ und schon stand ich kurz vor 10 Uhr an der Schutzhütte „Am dicken Stock“, dem Start- und Zielbereich des Laufes. Startnummer abholen, umziehen, einlaufen und dann sollte es auch schon pünktlich losgehen. Die Zeitnahme erfolgt Brutto wie Netto – also am Start möglichst weit vorn einreihen.

Ich stehe zwischen Reihe 3 und 5. Es folgt noch ein kurzes Anmoderieren das Laufes und einiger regionaler Hochkaräter und dann ertönt der Startschuß. Forerunner drücken und los geht’s! Plan für heute – noch einmal Attacke auf die Bestzeit vom vorangegangenen Wochenende und nach Möglichkeit sogar unter 43:00min bleiben. Hierzu will ich bis KM5 einen 4:20er Schnitt verwalten, um in der zweiten Rennhälfte das Tempo sukzessive zu steigern. Vom Streckenprofil her geht es die ersten 5 Kilometer stetig leicht bergauf bis zum hiesig bekannten „Monte Troodelöh“, dem höchsten Punkt von Köln, mit einer Höhe von 118,04 m ü. NN. Dort wird exakt bei KM5 gewendet und das Ganze wieder retour gelaufen. Kurz vor dem Lauf gab der Moderator dem Läuferfeld noch mit auf den Weg: „Lauft den ersten Teil moderat und gebt dann auf dem Rückweg ordentlich Gas. Da könnt Ihr es dann quasi bis zum Ziel rollen lassen.“

Nach dem Startschuß geht es direkt – wie für einen 10er üblich – ordentlich zur Sache. Die Spitze läuft mit einem Schnitt unter 3:30min/km davon und der Nachtrupp formiert sich allmählich. Ich bin gut weggekommen und versuche nach ca. 500 Metern mich mehr und mehr auf mein Tempo einzupendeln. KM1 geht mit 4:15 zu Buche – soweit, so gut. Ab KM2 geht es dann „an den Berg“. Obwohl man nicht wirklich sieht, dass man bergauf läuft, merke ich es doch schon bald in den Beinen. Der Schnitt fällt etwas, aber bleibt im grünen Bereich. Ich könnte zwar noch ein Schippchen draufpacken, möchte aber, trotz der Vorstellung, dass es gleich nach der Wende einfacher wird, nicht zu viel riskieren. Ich kenne die Strecke nicht und bleibe deshalb noch vorsichtig. Erst die Pflicht und dann die Kür! Die „Deadline“ für den Wendepunkt bei KM5 liegt bei 21:40min. Und wie ein Schweizer Uhrwerk umrunde ich tatsächlich bei genau 21:40min den mit Sand markierten Wendepunkt. Okay – die Taktik ist nun erfolgreich zu 50% umgesetzt – ab jetzt wieder „alles oder nichts“!

Nach den ersten Metern Rückweg sehe ich bereits, dass es bis hierhin doch eine ganz ordentliche Steigung hinauf ging. Konnte man bisher „den Berg“ nicht wirklich optisch ausmachen, so ist er jetzt umso deutlicher zu erkennen. „Talblick“ wäre übertrieben, aber man sieht und spürt – es geht bergab. Spontan fallen mir wieder die Worte des Moderators kurz vor dem Start ein – „ …. gebt dann auf dem Rückweg ordentlich Gas. Da könnt Ihr es dann quasi bis zum Ziel rollen lassen ….“. Haha – innerlich schiebt sich bereits jetzt ein breites Grinsen über meine Lippen, denn ich weiß, das kann nur eine neue Bestzeit werden. Mit 21:40min zur Wende lag ich voll im Soll – jetzt muß die eine oder andere Sekunde einfach herausspringen. Also – mit Vollgas zurück zum Ziel!

Spaß – ja – es macht wirklich Spaß! Die Beine laufen wie von selbst. Es geht permanent leicht bergab. Noch immer kommen mir einige Läufer/innen entgegen, die sich noch auf dem Hinweg befinden. Ich möchte Ihnen am liebsten zurufen: „Leute – haltet durch – gleich kommt die Erlösung!“. Meine Pace liegt nun phasenweise unter 3:50min/km. Der Gesamtschnitt nähert sich immer mehr einer 4:15min/km. Die Kilometermarkierungen fliegen vorbei und ich rechne die Zwischenzeiten bereits hoch. Yeeeehaaaa – das wird noch einmal richtig gut heute!

Zwischen KM8 und KM9 ein kleiner Anstieg. Doch der kann mich nun nicht mehr bremsen. Ab KM 9 geht es nur noch bergab in Richtung Ziel. Jetzt wird alles rausgehau’n! Und es läuft! Kurz vor dem Ziel sehe ich schon Kai Engelhardt von den Laufmonstern, der heute zwar nicht läuft, dafür aber wieder für geniale Fotos sorgen wird. Ich reiße den Arm nach oben, in der Hoffnung, Kai hält gut mit der Linse drauf. Und ja – das hat er ….

Foto: Kai Engelhardt

Ziellinie! Forerunner abdrücken – 42:39min – Yeeeehaaaa! Noch einmal 42 Sekunden Verbesserung der Bestzeit vom vorangegangenen Wochenende. Super – das hat noch einmal prima geklappt!

Austrudeln und direkt auf einen der angrenzenden Waldwege zum Auslaufen und Runterkommen. Was für ein Lauf! Genial! Und was für eine Strecke! Fast ärgere ich mich schon wieder, dass ich auf dem Hinweg bis zur Wende nicht viel mehr riskiert habe. Aber gut – jetzt kenne ich die Strecke und weiß es fürs nächste Mal besser. Und es wird ein nächstes Mal geben! Diese Strecke ist meine neue 10km-Lieblingsstrecke – ohne Frage!

Nach dem Auslaufen ziehe ich mir schnell die langen Sachen über. Dann noch einmal zum Ziel, um mich von Kai zu verabschieden, der natürlich noch lange nicht alles im Kasten hat, denn in wenigen Minuten gehen auch noch die „Halbmarathonis“ auf die Strecke. Und dann mache ich mich auf den Heimweg.

Also – Königsforst – schön war’s und gut war’s! Und Spaß hat’s auch noch gemacht! Auf Wiedersehen – und das meine ich wörtlich! 😉

Abschließend noch kurz die Statistik – mit der Laufzeit von 42:39min belegte ich Platz 55 im Gesamtklassement von 214 Startern sowie Platz 8 von 22 in der AK M35. Für die AK-Wertung im PSD Bank Lauf Cup brachte das 43 Punkte und eine Verbesserung von Platz 7 auf Platz 4.

Ein Wertungslauf steht für mich nun noch aus, um auf die geforderte Anzahl von 5 Läufen zu kommen. Diesen möchte ich am 19.11.2011 beim Herbstlauf des GSV Porz bestreiten, wobei ich mich noch nicht endgültig entschieden habe, ob ich über die 10km- oder die Halbmarathondistanz an den Start gehe. Beide Distanzen sind jeweils als Wertungslauf für den PSD Bank Lauf Cup ausgeschrieben.

Jetzt steht erstmal eine „Ruhewoche“ an. Kein Intervalltraining, kein Tempolauf. Dann noch einmal 3 Wochen „Zügel anziehen“ und Saisonende in Köln-Porz.

In diesem Sinne – RUN ON!

Ergebnisse 26. Refrather Herbstlauf

PSD Bank Lauf Cup

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22 Antworten

  1. Super Mario 🙂
    Ein toller Bericht, bei dem deine Freude und dein Bestzeiterfolg so richtig zur geltung kommt. Ich bi beinahe mit dir mit gerannt 🙂

    Gratulation zur Bestzeit und gute Erholung!

    Viele Grüsse
    Hugo

    25/10/2011 um 06:03

  2. Top !

    Wenns läuft, dann läufts, oder Du hast einen richtig guten Lauf, im wahrsten Sinne des Wortes (ggf. war der Urheber dieser Sprüche selbst ein Läufer).

    Die sub 40:00 wirst Du Dir vermutlich für die nächste Saison vornehmen, auch wenns natürlich enger und aufwändiger wird.

    Congrats auch von mir, und wir sind gespannt auf Deine Zeit beim Saisonabschluss. Nach der 4 Sek. – Formel von Frank Hohrwill ließe sich aus 42:39 über 10km eine HM-Zeit von 1:33:30 hochrechnen. Das wären ca. 5min. unter Deiner aktuellen PB (wenn ichs richtig in Erinnerung habe).

    Viele Grüße
    Frank

    25/10/2011 um 06:38

    • Danke, Frank! 🙂

      Naja – die sub40 wird wohl noch ein wenig dauern und in der Tat ein gehöriges Stück Trainingsfleiß benötigen. Aber ins Auge gefaßt ist sie allemal ….

      Wie schon geschrieben – ich habe mich noch nicht endgültig zwischen 10km und HM für den letzten Wettkampf in diesem Jahr entschieden. Aber die Tendenz geht doch eher in Richtung HM. Zu was es dann am Ende noch reicht, ist noch nicht abzusehen. Auf alle Fälle wird noch einmal Vollgas gegeben! 😉

      25/10/2011 um 16:29

  3. Erst bergauf, dann bergab – da wird’s am Ende noch richtig rasant. Respekt für die Leistung und das super Foto. Muss, wenn es mal passt, auch einen Bekannten als Fotografen engagieren. 😉

    25/10/2011 um 07:32

    • Danke, Markus! 🙂

      Ja – das Foto ist wirklich super getroffen! Das muß man dem Kai lassen, neben dem Laufen ist er auch ein Klasse-Fotograf! Wenn es Dich interessiert, schau doch mal bei den Laufmonstern rein. Da gibt es noch unzählige tolle Fotos mehr.

      25/10/2011 um 16:31

  4. Hallo SuperMario, das kann man hier nur wiederholen, du bist ja ein richtiges Kraftei, tolles Foto – und siehst im Gegensatz zu dem Herrn hinter dir richtig frisch aus. Herzlichen Glückwunsch auch hier noch einmal, macht Spaß, hier von deiner positiven Entwicklung zu lesen ! 8)

    25/10/2011 um 08:43

    • Danke, Margitta!

      „Kraftei“ – aha! 🙂 Aber der Herr da hinter mir war auch nicht ohne! Habe ihn erst kurz vor dem Ziel noch „eingesammelt“. 😉 Und er hat mir sogar noch beim Überholen ein nettes „Super“ zugerufen. Fand ich echt gut! Nur war ich leider zu überrascht, um etwas zu antworten. Damit hatte ich nicht gerechnet.

      25/10/2011 um 16:35

  5. Echt ne klasse Leistung und du hast sicher noch Luft nach oben!
    Nächstes Jahr gibt’s die sub40!
    Hast du beim PSD Cup noch Chancen aufs Treppchen? Das wäre ja ne tolle Sache zum Saisonabschluss!!!

    25/10/2011 um 10:01

    • Danke, Oliver! 🙂

      Wie schon oben geschrieben – die sub40 ist mit Sicherheit ein Ziel – wird aber noch ein ordentlicher Kraftakt. Vielleicht klappt es ja schon im nächsten Jahr – wer weiß. Viel wichtiger ist mir aber vorerst, über die 10km konstant gut Leistungen zu bringen. Die doch recht großen Verbesserungen der letzten Wochen werden nicht ewig so zu bringen sein.

      Was den PSD Bank Lauf Cup angeht, wären Platz 3 oder sogar Platz 2 noch drin. Allerdings wohl nur, und mal abgesehen davon, dass ich natürlich noch einmal ein gute Leistung bringen muß, wenn die bislang dort platzierten Läufer in diesem Jahr keinen Wertungslauf mehr absolvieren. Ansonsten sieht es eher nicht danach aus. Ich könnte sogar auch noch nach unten rutschen, weil ich den letzten Wertungslauf an Silvester nicht bestreiten werde. Naja – mal abwarten, wie’s am Ende aussieht ….

      25/10/2011 um 16:43

  6. So gehört sich ein erfolgreicher Herbst. Herzlichen Glückwunsch zu der Bestzeit! Theoretisch hat man es ja lieber komplett flach – in diesem Fall für die Taktik aber wohl optimal, sich erst einmal hoch kämpfen zu müssen. Super!

    25/10/2011 um 10:41

    • Danke, Hannes!

      Diese Strecke ist echt genial! Das ist wie Physik! Bis KM5 Energie aufladen und dann volle Pulle Entladung …. 🙂

      25/10/2011 um 16:44

  7. Ich möchte Dir auch zur neuen super Bestzeit gratulieren. Ein schöner lesenswerter Bericht, freut mich wenn Du eine tolle Strecke entdeckt hast. Nun gehe ich auch davon aus das Du die sub 40 in Angriff nehmen wirst und es wird sicher gelingen.

    Freundliche Grüße
    Bernd

    25/10/2011 um 17:44

    • Danke, Bernd! 🙂

      Also die sub40h ist natürlich das Fernziel, aber vorerst wäre ich auch schon mit einer 40 vor dem Doppelpunkt zufrieden.

      Für dieses Jahr ist aber kein weiterer Angriff über die 10km-Distanz mehr geplant, denke ich. Werde meinen Saisonabschluß wohl eher über 21,1km ziehen …. 🙂

      Grüße aus Köln!
      Mario

      26/10/2011 um 08:11

  8. Unglaublich, da liest man mal zweieinhalb Wochen keine Blogs und verpasst beihnahe zwei Mario Bestzeiten.

    Gratulation vom -timekiller-

    26/10/2011 um 22:18

    • Danke, an den -timekiller- ! 🙂

      Okay – jetzt, wo Du die neue Gitarre hast – habe ich ja Verständnis dafür …. 😉

      27/10/2011 um 07:56

  9. sveeen

    Hi Mario,
    auch von mir herzlichen Glückwunsch zur neuen 10er Bestzeit!
    Toller Bericht!
    Ich musste dieses feststellen, dass ich Bestzeiten leichter bei kleineren Veranstaltungen laufen kann. Auch wenn es natürlich wahnsinnig viel Spass macht mit 5.000 oder noch mehr Läufern zu laufen. Allerdings ist das Gedränge nicht so und man hat überall Platz seinen Stiefel durchzuziehen.

    Gruß sveeen

    29/10/2011 um 15:09

    • Danke, Sveeen! 🙂

      Davon mal ganz abgesehen, muß ich sagen, dass bei mir oder besser uns auch die finanzielle Seite eine große spielt. Als Alleinverdiener für Frau und 2 Kinder ist es nicht möglich, dass Papa einfach mal jeden Monat 50-100 Euro für die Teilnahme an den ganz großen Laufevents des Landes ausgibt. Dabei sind die Reise- und teilweise auch notwendigen Übernachtungskosten noch gar nicht mitgerechnet. Nee – das läßt unser Familienbudget einfach nicht zu. Umso mehr freue ich mich über die vielen kleineren regionalen Laufveranstaltungen, wo man noch für 8-12 Euro an den Start gehen kann. Zum Glück gibt es für mich als Kölner in der Stadt selbst, aber auch im näheren Umland, genug davon.

      08/11/2011 um 10:53

  10. Din

    Oh wow, das sieht nach einer zufriedenen Siegerpose aus! Glückwunsch!

    29/10/2011 um 18:47

    • Danke, Din! 🙂

      Ja – auch wenn die Siegerpose natürlich ein wenig schauspielerisch dramatisiert dargestellt wurde ;-), drückt sie trotzdem meine vollste Zufriedenheit über den Lauf und das Endergebnis aus. Bestzeiten einfahren, macht halt immer Spaß!

      08/11/2011 um 10:56

  11. Jetzt bin ich mal auf deiner Seite gelandet und sehe gleich ein tolles Finisher-Foto bei deiner persönlichen Bestzeit auf 10km. Super!! Toller Bericht wo man direkt am Computer ein wenig mit läuft! 🙂

    07/11/2011 um 18:33

    • Danke, Frank! 🙂

      Dann schau doch ab jetzt mal öfter rein …. 😉

      08/11/2011 um 10:57

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